ZVEI fordert mehr Tempo bei Netzmodernisierung und Digitalem Produktpass 4.0

Henry Braun
Henry Braun
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Eine lange Reihe von Servern in einem Rechenzentrum, mit elektronischen Geräten in den Racks und Lampen oben.Henry Braun

ZVEI fordert mehr Tempo bei Netzmodernisierung und Digitalem Produktpass 4.0

Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) skizziert Schlüsselmaßnahmen für mehr Flexibilität und Transparenz im Stromnetz

Auf dem Climate Solution Forum im Rahmen der E-world energy & water in Essen betonten Experten des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) die Dringlichkeit schnellerer Maßnahmen und klarer Standards. Zwei zentrale Handlungsfelder standen im Fokus: der Ausbau von Steuerungssystemen in Verteilnetzen sowie die Einführung des Digitalen Produktpasses 4.0 (DPP4.0). Beide Initiativen zielen darauf ab, das Energiesystem effizienter und widerstandsfähiger zu gestalten.

Wie die Diskussionen in Essen zeigten, existieren die technologischen Grundlagen für ein leistungsfähiges Netz bereits. Entscheidend seien nun Tempo, Standardisierung und konsequente Umsetzung, so der ZVEI. Ohne diese Risiko selbst fortschrittliche Lösungen, ihr Potenzial nicht voll zu entfalten.

Beschleunigter Ausbau von Steuerungssystemen in Niederspannungsnetzen Aktuell stockt die Entwicklung: Eine flächendeckende Einführung ist frühestens 2026 zu erwarten, die vollständige Umsetzung erst für 2027 avisiert. Doch Einzelprojekte reichen nicht aus – gefragt sind großflächige Implementierung, klare technische Schnittstellen und starke regulatorische Unterstützung.

Digitaler Produktpass 4.0: Datenrahmen für mehr Transparenz Der DPP4.0 soll als verlässliche Datenbasis den gesamten Lebenszyklus eines Produkts abbilden. Bei erfolgreicher Umsetzung könnte er die Netzsteuerung transparenter und qualitativ hochwertiger machen. Voraussetzung dafür sind jedoch branchenweite Verbindlichkeit, ein unabhängiges Datenökosystem und nahtlose Anbindung an bestehende digitale Infrastruktur.

Herausforderungen in Mittelspannungsnetzen Zwar hat die Digitalisierung seit 2020 den Ausbau beschleunigt, doch bleiben Hürden: hohe Infrastrukturkosten, komplexe Vorschriften, Cybersecurity-Risiken und die Integration veralteter Systeme bremsen den Fortschritt. Der ZVEI warnt: Solange diese Probleme nicht gelöst werden, bleiben Flexibilitätsgewinne in Niederspannungsnetzen unerreicht.

Forderungen nach Systemwechsel: Von Pilotprojekten zur flächendeckenden Lösung Der Verband plädiert für strengere technische Normen, bessere Kompatibilität zwischen Komponenten und einen systematischen Übergang von Testläufen zur großskaligen Anwendung. Nur so lasse sich das Netz wirklich anpassungsfähig und effizient gestalten.

Entscheidende Jahre für die Netzmodernisierung In den kommenden Jahren muss der Ausbau von Steuerungssystemen in Verteilnetzen deutlich Fahrt aufnehmen, während der DPP4.0 breite Akzeptanz finden muss, um seine Vorteile zu entfalten. Fehlt es an abgestimmten Anstrengungen, drohen Verzögerungen bei Infrastruktur-Upgrades und Datenintegration den Fortschritt zu gefährden.

Die Vorschläge des ZVEI weisen den Weg – doch ob das Netz künftige Energieanforderungen sicher und effizient bewältigen kann, hängt von der Umsetzung ab.

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