Neuer DBK-Vorsitzender: Kann Bentz die gespaltene Kirche einen?
Neuer DBK-Vorsitzender: Kann Bentz die gespaltene Kirche einen?
Die Deutsche Bischofskonferenz wird auf ihrer Frühjahrsversammlung in Würzburg bald einen neuen Vorsitzenden wählen. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählt der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz, der für seinen ausgewogenen Kurs und seine enge Verbindung zu den Gläubigen bekannt ist. Seine mögliche Wahl fällt in eine Zeit, in der die Debatten über Reformen in der katholischen Kirche in Deutschland seit Jahren anhalten.
Papst Franziskus ernannte Bentz Ende 2023 zum Erzbischof von Paderborn. Seit seinem Amtsantritt hat er sich intensiv in die lokale Gemeindearbeit eingebracht, alle 19 Dekanate besucht und sich mit zahlreichen Pfarrgruppen ausgetauscht. Sein praxisnaher Führungsstil zeigt sein Bestreben, im engen Kontakt mit den einfachen Gläubigen zu bleiben.
Bentz war zuvor als Privatsekretär von Kardinal Karl Lehmann tätig, der die Bischofskonferenz von 1987 bis 2008 leitete. Diese Erfahrung verschaffte ihm tiefe Einblicke in die Anforderungen des Amtes – etwa die Vermittlung zwischen den Bischöfen und die Steuerung von Reformdebatten. Die Position ist zwar prägend für die Ausrichtung der Kirche, doch bedürfen Entscheidungen stets der kollektiven Zustimmung.
Der "Synodale Weg", ein umstrittenes Reformvorhaben, prägte in den vergangenen Jahren die Amtszeit von Georg Bätzing. Seine Führung war von Spannungen mit dem Vatikan geprägt, der die Initiative als risikoreich für die Einheit der Kirche kritisierte. Sollte Bentz gewählt werden, übernähme er die Aufgabe, in diesen Reformfragen einen Konsens zu finden und gleichzeitig die deutschen Bischöfe auf nationaler und internationaler Ebene zu vertreten.
Der neue Vorsitzende wird zwei jährliche Vollversammlungen leiten und als öffentliches Gesicht des deutschen Episkopats auftreten. Bentz' Werdegang und seine Herangehensweise deuten auf einen Fokus auf Einheit und Dialog hin. Das Ergebnis der Wahl wird mitbestimmen, wie die Kirche die anstehenden Debatten über ihre künftige Ausrichtung meistert.
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