Apothekenreform bedroht Existenz Tausender lokaler Apotheken in Deutschland
Apothekenreform bedroht Existenz Tausender lokaler Apotheken in Deutschland
Die deutsche Koalitionsregierung hat einen Entwurf für eine Apothekenreform vorgelegt, der zentrale Forderungen lokaler Apotheker ignoriert. Statt die Gebühren zu erhöhen, verschiebt der Vorschlag jede Entscheidung auf unbestimmte Zeit. Die Maßnahme setzt viele Apotheken unter finanziellen Druck – jede dritte steht mittlerweile akut vor der Schließung.
Die Reform bedroht zudem die Festpreisregelung für Medikamente, ein System, das Verbraucher schützt und die Stabilität der Gesundheitskosten sichert. Ohne rechtliche Absicherung warnen Branchenvertreter vor weiterer Instabilität im Sektor.
Seit 2012 haben in Deutschland rund 3.400 Apotheken geschlossen. Die Gesamtzahl sank von etwa 20.000 im Jahr 2013 auf 16.600 bis 2024, mit Prognosen, die bis Ende 2025 einen weiteren Rückgang auf 16.601 vorhersagen. Besonders betroffen sind Regionen wie Nordrhein-Westfalen und Sachsen, wo jährlich Dutzende Apotheken dichtmachen. Allein in Nordrhein-Westfalen schlossen 2025 insgesamt 43 Standorte, sodass nur noch 1.897 übrig bleiben. Sachsen verlor zwischen 2021 und 2025 insgesamt 85 Apotheken, 2025 kamen weitere 13 hinzu.
Die staatlich festgelegten Gebühren für lokale Apotheken stiegen in den letzten zwei Jahrzehnten lediglich um 3,1 Prozent. Gleichzeitig explodierten die Personal- und Betriebskosten um 65 Prozent. Diese finanzielle Schere zwingt jährlich Hunderte zur Aufgabe – besonders in Städten wie Düsseldorf und Köln, aber auch in ländlichen Gebieten. Im Bielefelder Stadtteil Schildesche schrumpfte die Zahl der Apotheken von vier im Jahr 2012 auf heute nur noch eine.
Hauke Stange, Inhaber der Adler-Apotheke und Vorsitzender der Bielefelder Bezirksgruppe im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL), traf sich kürzlich mit Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer. Er schilderte die wirtschaftlichen Belastungen der lokalen Apotheken, darunter die unfaire Konkurrenz durch Online-Anbieter. Versandapotheken, die keine umfassende pharmazeutische Betreuung leisten, unterbieten die traditionellen Betriebe mit ihren Preisen.
Der Reformentwurf sieht zudem vor, die Pflicht zur persönlichen Anwesenheit von Apothekern abzuschaffen. Kritiker befürchten, dass dies die Qualität der Patientenversorgung mindern könnte. Oberbürgermeisterin Bauer kündigte an, sich auf Bundesebene für bessere Rahmenbedingungen einzusetzen und den Fachkräftemangel im Sektor zu bekämpfen.
Die geplante Reform lässt viele Apotheken ohne die dringend benötigten Gebührenerhöhungen zurück. Ohne stärkere Schutzmechanismen droht das Ende der Medikamenten-Festpreise, was das Gesundheitssystem weiter destabilisieren würde. Bei anhaltendem Trend sind weitere Schließungen zu erwarten – mit der Folge, dass bundesweit der Zugang zu essenziellen pharmazeutischen Dienstleistungen schwindet.
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