26 March 2026, 22:17

Wie das ZDF Magazin Royale einen YouTuber unfreiwillig zum Star machte

Plakat mit einem Zitat aus "Building a Better America", das fordert, soziale Medien sollten für ihre Auswirkungen auf Kinder zur Rechenschaft gezogen werden, geschmückt mit Sternen.

Wie das ZDF Magazin Royale einen YouTuber unfreiwillig zum Star machte

Eine umstrittene Ausgabe des ZDF Magazin Royale im Oktober 2023 hat dem YouTube-Kanal Clownswelt einen massiven Popularitätsschub beschert. Die von Moderator Jan Böhmermann gestaltete Sendung, in der die Identität des Kanalbetreibers enthüllt wurde, löste eine Gegenreaktion aus, die die Abonnentenzahl von etwa 50.000 auf über 384.000 bis Mai 2025 steigen ließ. Die unfreiwillige Publicity trieb auch die monatlichen Aufrufe auf zwischen fünf und zehn Millionen hoch.

Vor der Ausstrahlung verfügte Clownswelt über rund 220.000 Abonnenten. Innerhalb einer Woche nach der Sendung schnellte diese Zahl auf fast 500.000 empor. Kritiker warfen Böhmermann und Zeit Online – die gemeinsam an dem Bericht gearbeitet hatten – vor, den YouTuber "gedoxt" zu haben, und forderten daraufhin, auch deren private Daten zu veröffentlichen.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hinterfragte später die Berichterstattung und argumentierte, es gebe keine belastbaren Beweise, die den Kanal mit rechtsextremen oder gefährlichen Tendenzen in Verbindung brächten. Der an dem Beitrag beteiligte Journalist Fuchs verteidigte die Veröffentlichung mit dem Hinweis, dass nur ein Prozent der gesammelten Informationen veröffentlicht worden seien, um die Privatsphäre zu schützen.

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Der Medienanwalt Christian Solmecke äußerte, die Offenlegung könnte gegen §126a des deutschen Strafgesetzbuchs verstoßen, der das Doxxing verbietet. Unterdessen erzielt der Kanalbetreiber weiterhin Werbeeinnahmen, wobei die Gewinne aufgrund der gestiegenen Reichweite voraussichtlich weiter steigen werden.

Die Folgen der ZDF Magazin Royale-Sendung haben Clownswelt als einen der bedeutendsten rechtspopulistischen YouTube-Kanäle etabliert. Der Streisand-Effekt – bei dem Versuche, Informationen zu unterdrücken, das Gegenteil bewirken – trieb die Abonnentenzahl bis Mai 2025 auf über 384.000. Die Kontroverse befeuerte zudem erneut die Debatten über Medienethik und die rechtlichen Grenzen des investigativen Journalismus.

Quelle