Kardinal-Frings-Brücke: Zehn Jahre Bauzeit gefährden die Wirtschaft zwischen Düsseldorf und Neuss
Mila BeckerKardinal-Frings-Brücke: Zehn Jahre Bauzeit gefährden die Wirtschaft zwischen Düsseldorf und Neuss
Der Ersatz der Kardinal-Frings-Brücke, einer lebenswichtigen Verbindung zwischen Düsseldorf und Neuss, wird voraussichtlich ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen. Das von der DEGES – Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH geleitete Projekt steht wegen des langen Zeitplans in der Kritik. Wirtschaftsvertreter argumentieren, dass die Verzögerungen erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen – die jährlichen Verluste werden aufgrund der begrenzten Kapazität der Brücke auf 45 Millionen Euro geschätzt.
Aktuell passieren täglich etwa 3.500 voll beladene Lkw die Brücke, ein Großteil davon versorgt die Häfen in Düsseldorf und Neuss. Die eingeschränkte Kapazität hat sich zu einem erheblichen Flaschenhals für die regionale Wirtschaft entwickelt. Laut DEGES wird der Neubau erst 2035 fertiggestellt sein, wobei allein sechs bis acht Jahre für Planung und Vergabeverfahren veranschlagt werden.
Die Juristen Dr. Elmar Loer und Dr. Alexander Beutling schlagen vor, die Planungsphasen auf nur ein Jahr zu verkürzen. Als Beispiele führen sie aktuelle Projekte wie die A40-Brücke in Duisburg und die A1-Brücke in Leverkusen an, die zeigen, dass schnellere Zeitpläne realisierbar sind. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, übt offene Kritik am zähen Verfahren und fordert dringend Reformen.
Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, erwartet bis Ende 2025 Gesetzesentwürfe, die die Planungszeiten halbieren sollen. Ziel ist es, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und den Bau zu straffen, um die finanzielle Belastung der lokalen Unternehmen zu verringern. Allerdings gibt es keine offiziellen Daten dazu, wie viele der 23 Rheinbrücken zwischen Emmerich und Bonn in den letzten fünf Jahren saniert oder ersetzt wurden.
Die Brücke bleibt eine entscheidende Wirtschaftsverbindung, doch ihre veraltete Struktur verursacht weiterhin jährliche Millionenverluste. Würden die Planungszeiten wie vorgeschlagen verkürzt, könnte das Projekt früher abgeschlossen werden – Staus würden abnehmen und die finanziellen Einbußen sinken. Der Erfolg ähnlich beschleunigter Projekte zeigt, dass Reformen sowohl notwendig als auch umsetzbar sind.






