Vom Wahrzeichen zur Ruine: Warum Deutschlands Fernmeldetürme verschwinden

Admin User
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Hohe Gebäude mit parkenden Autos in einer Parkfläche und ein Verkehrsampelmast auf der rechten unteren Seite.

Vom Wahrzeichen zur Ruine: Warum Deutschlands Fernmeldetürme verschwinden

Deutschlands ikonische Fernmeldetürme waren einst beliebte Anziehungspunkte, die Besuchern atemberaubende Panoramablicke von ihren Aussichtsplattformen und lebhaften Restaurants boten. Doch die meisten sind mittlerweile geschlossen – nur noch vier Standorte in Berlin, Düsseldorf, Dortmund und Stuttgart sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Hinter dem Niedergang stecken finanzielle Schwierigkeiten, strengere Sicherheitsvorschriften und ein grundlegender Wandel in der Signalübertragung.

Vor Jahrzehnten waren diese Türme mehr als nur funktionale Bauwerke. Viele verfügten über Aussichtsplattformen, Drehrestaurants und sogar Nachtclubs, die Scharen von Besuchern anzogen, die sich an den Skyline-Blicken erfreuten. Die meisten Türme gehörten zur DFMG (heute GD Towers), einer Tochtergesellschaft der Deutsche Telekom, die sie von der ehemaligen staatlichen Post übernommene hatte.

Doch die Notwendigkeit physischer Sendetürme nahm mit der Zeit ab. Signale, die einst von ihren Spitzen aus gesendet wurden, werden heute über Glasfaserkabel oder Satelliten übertragen. Damit fielen zahlende Mieter und stetige Einnahmen weg. Hinzu kamen verschärfte Sicherheitsauflagen, die kostspielige Modernisierungen erforderten – Investitionen, die viele Betreiber nicht stemmen konnten. Der 338 Meter hohe Frankfurter „Ginnheimer Spargel“, seit 1999 geschlossen, wurde zum Symbol dieses Verfalls. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2023 bezifferte die Sanierungskosten auf 50 Millionen Euro. Die Bundesregierung bot an, die Hälfte zu übernehmen, wenn sich das Land Hessen und die Stadt Frankfurt die restlichen Kosten teilen – doch die Verhandlungen stockten. Da die Bundeszusage Ende 2025 ausläuft, geht GD Towers nun davon aus, dass der Turm dauerhaft geschlossen bleibt.

Anderswo gibt es Fortschritte, wenn auch zögerlich. Die Türme in Hamburg und Dresden stehen kurz vor der Wiedereröffnung, unterstützt durch Bundesfördergelder. Auch der Münchner Turm, der derzeit saniert wird, soll bald wieder Besucher empfangen. Doch das Frankfurter Patt zeigt die Herausforderungen: Ohne gemeinsame Finanzierungsbereitschaft droht selbst historischen Wahrzeichen die endgültige Schließung.

Das Schicksal der deutschen Fernmeldetürme hängt nun von Geld und Zusammenarbeit ab. Diejenigen, die wieder öffnen, werden auf erneutes öffentliches Interesse und moderne Sicherheitsstandards angewiesen sein. Für andere, wie den Frankfurter „Ginnheimer Spargel“, geht die Zeit – und das Geld – zur Neige.

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