Bundeswehr stoppt F-126-Projekt: MEKO-200-Fregatten als neuer Kurs der Marine
Mila BeckerBundeswehr stoppt F-126-Projekt: MEKO-200-Fregatten als neuer Kurs der Marine
Das deutsche Verteidigungsministerium hat das Fregatten-Projekt F-126 gestoppt. Stattdessen sollen nun acht kleinere Fregatten der MEKO-200-Klasse gebaut werden. Diese Entscheidung hat bereits den Aktienkurs von Rheinmetall belastet und Fragen zu den bisherigen Investitionen aufgeworfen.
Die Ankündigung des Ministeriums markiert einen Strategiewechsel in der Beschaffungspolitik der Marine. Der Schiffbau galt bisher als Schlüsseltechnologie im Rahmen der Nationalen Sicherheits- und Wehrindustriestrategie der Bundesregierung. Der Schritt folgt Bedenken hinsichtlich der Kosten und der Machbarkeit des Projekts.
In das F-126-Projekt waren bereits 2,3 Milliarden Euro an Steuergeldern für Entwicklung und Vorarbeiten geflossen. Nun steht die Politik unter Druck, darzulegen, wie diese Mittel im neuen Plan berücksichtigt werden sollen.
Die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) fordert, die gesamte deutsche Schiffbauindustrie in das überarbeitete Projekt einzubinden. Jürgen Kerner, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft, betonte, Verteidigungsminister Boris Pistorius müsse sicherstellen, dass ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) den gesamten Sektor – einschließlich der ehemaligen Lürssen Naval Vessels (NVL), die mittlerweile zu Rheinmetall gehören – einbeziehe.
Die Abschaffung des F-126-Projekts hat finanzielle und industrielle Folgen ausgelöst. Nach der Bekanntgabe brach der Aktienkurs von Rheinmetall deutlich ein. Die Regierung muss nun klären, wie die bisherigen Investitionen verwendet werden und welche Rolle die gesamte Schiffbauindustrie im neuen Fregattenprogramm spielen soll.
