30 April 2026, 06:17

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst internationale Empörung aus

Alte Brasilienkarte in einem Foto Rahmen, betitelt "Copia do Plano da Contenda de Moura", zeigt historische Provinzgrenzen.

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst internationale Empörung aus

Brasiliens jüngste Versteigerung fossiler Brennstoffe löst massive Kritik aus

Die jüngste Auktion fossiler Brennstoffe in Brasilien hat bei Rechtsgelehrten und Umweltschutzorganisationen weitreichende Empörung ausgelöst. Bei der am 17. Juni 2025 abgehaltenen Veranstaltung wurden 19 Öl- und Gasförderblöcke im Amazonasgebiet versteigert – trotz Vorwürfen von Verfahrensmängeln und fehlender Umweltprüfungen. Der Schritt wirft Zweifel an der Klimaschutzentschlossenheit des Landes auf, nur wenige Monate vor der Ausrichtung der Weltklimakonferenz COP30 im November in Belém.

Die Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) hatte insgesamt 172 Blöcke zur Versteigerung angeboten, davon 68 im brasilianischen Amazonasraum. 47 davon lagen im Mündungsgebiet des Amazonas, 19 wurden erfolgreich an Unternehmen vergeben und umfassen 16.312 km² Meeresfläche. Zu den Käufern zählen Großkonzerne wie Chevron, CNPC, ExxonMobil und Petrobras, die sich die Explorationsrechte sicherten.

Kritiker bemängeln, dass die Auktion ohne ausreichende Schutzmechanismen stattfand. So wurde vor dem Verkauf keine Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentgebiete (AAAS) durchgeführt. Zudem wurde das Recht auf freie, vorherige und informierte Zustimmung indigener und traditioneller Gemeinschaften ignoriert – eine Verpflichtung nach dem Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die Bundesstaatsanwaltschaft Brasiliens reagierte mit einem Eilantrag und verwies auf Verfahrensfehler sowie unzureichende Folgenabschätzungen.

Rechtsexperten warnen, die Entscheidung könnte gegen verfassungsrechtliche und internationale Verpflichtungen Brasiliens verstoßen. Umweltaktivisten betonen, das Land verpasse damit die Chance, sich stärker auf erneuerbare Energien zu konzentrieren – obwohl es über großes Potenzial in Wind-, Solar- und Wasserkraft verfügt. Die Auktion hat die Forderungen verstärkt, die Klimaversprechen Brasiliens endlich mit der nationalen Politik in Einklang zu bringen.

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Das Ergebnis der Versteigerung untergräbt die Glaubwürdigkeit Brasiliens als Gastgeber der COP30, die noch 2025 in Belém stattfinden soll. Mit den nun vergebenen 19 Blöcken im Amazonas bleiben Bedenken hinsichtlich der Umweltaufsicht und der Rechte indigener Völker bestehen. Der Konflikt zeigt die wachsenden Spannungen zwischen der Energiepolitik des Landes und seinen globalen Klimazielen auf.

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