Wie ein Aachen-Projekt vor 25 Jahren die Energiewende in Deutschland startete
Mila BeckerWie ein Aachen-Projekt vor 25 Jahren die Energiewende in Deutschland startete
25 Jahre Erneuerbare-Energien-Gesetz: Wie ein Aachen-Projekt die deutsche Energiewende prägte
Am 1. April jährte sich das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum 25. Mal. Dieses bahnbrechende Gesetz veränderte grundlegend, wie Deutschland sauberen Strom erzeugt. Seine Wurzeln reichen bis zu einem kleinen, aber mutigen Experiment in Aachen in den frühen 1990er-Jahren zurück.
Alles begann mit dem Solarförderverein Deutschland (SFV), der eine feste, kostendeckende Vergütung für jede Kilowattstunde Ökostrom vorschlug, die ins Netz eingespeist wird. Wolf von Fabeck, damals Geschäftsführer des Vereins, setzte sich leidenschaftlich für diese Idee ein und gilt heute als treibende Kraft hinter dem Prinzip der Einspeisevergütung.
Am 30. September 1992 beschloss der Aachener Stadtrat das sogenannte „Aachener Modell“. Dieses lokale Förderprogramm ermöglichte die Einspeisung von bis zu 1.000 Kilowatt Solar- und Windenergie ins Stromnetz – zu garantierten Tarifen. Der erste Vertrag nach diesem Modell wurde im Juni 1995 unterzeichnet.
Trotz Widerstand des örtlichen Energieversorgers Stawag sowie der Landes- und Bundesregierung gewann die Initiative an Fahrt. Bis Ende 1999 hatte Aachen rund 125 kleine Dachanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 650 Kilowatt unterstützt.
Der Erfolg des lokalen Pilotprojekts ebnete den Weg für eine bundesweite Regelung. 2000 und 2004 wurde das EEG schließlich in deutsches Recht überführt – und übernahm die Kernprinzipien des „Aachener Modells“ im großen Maßstab.
Das EEG machte erneuerbare Energien für Haushalte und Unternehmen wirtschaftlich attraktiv und revolutionierte so die deutsche Energielandschaft. Was als regionales Experiment in Aachen begann, wurde zur Grundlage einer der weltweit einflussreichsten Klimaschutzpolitiken. Noch heute prägt das Gesetz die Energiewende in Europa.






