Neues Onlineportal enthüllt dunkle Kapitel der Polizeigeschichte NRWs
Mats HartmannNeues Onlineportal enthüllt dunkle Kapitel der Polizeigeschichte NRWs
Interaktive Website zur Polizeigeschichte Nordrhein-Westfalens gestartet
Ein neues interaktives Onlineportal bietet ab sofort Einblicke in die Geschichte der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Das Projekt mit dem Titel „Orte der Polizeigeschichte“ wurde am 9. Dezember 2024 von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW) vorgestellt. Es verzeichnet rund 50 zentrale Schauplätze, mit besonderem Fokus auf die Weimarer Republik und die NS-Zeit, um die Rolle der Sicherheitsbehörden in diesen Epochen zu untersuchen.
Die Initiative zeigt auf, wie sich die Polizei in der Weimarer Republik als „Freund und Helfer“ inszenierte – ein Image, das später unter den Nationalsozialisten für propagandistische Zwecke ausgenutzt wurde. In dieser Zeit wurde die Exekutive zu einem Instrument der Unterdrückung umfunktioniert. Gebäude wie das Polizeipräsidium Recklinghausen entwickelten sich zu Orten des Unrechts: Die Gestapo nutzte das Gebäude für Folter, während das Polizeibataillon 316 in den besetzten Gebieten Hinrichtungen durchführte.
Die Recklinghäuser Behörde hat sich seitdem kritisch mit ihrer Vergangenheit auseinandergesetzt. Ihre Dauerausstellung „Wir erinnern“ wurde neu konzipiert, um die NS-Verbrechen aufzuarbeiten und demokratische Werte unter den Beamten zu stärken. Polizeipäsidentin Friederike Zurhausen betonte, wie wichtig es sei, aus der Geschichte zu lernen, um ähnliche Verbrechen künftig zu verhindern.
Über eine interaktive Karte und die Projektwebsite können Nutzerinnen und Nutzer die historischen Stätten detailliert erkunden. Beide Angebote sind online verfügbar: Die Karte wird von der HSPV NRW bereitgestellt, weitere Informationen finden sich auf dem offiziellen Polizeiportal.
Das Projekt „Orte der Polizeigeschichte“ dokumentiert die Entwicklung der Sicherheitsbehörden in NRW und schafft so eine öffentliche Gedächtnisquelle. Durch die Aufarbeitung von Schauplätzen vergangener Menschenrechtsverletzungen soll es Transparenz und Verantwortung stärken. Das Polizeipräsidium Recklinghausen zählt zu den zentralen Orten – heute ein Mahnmal für die Gefahren unkontrollierter Macht.






