Vonovia wächst stark – doch Mieterhöhungen und Regulierung sorgen für Gegenwind
Henry BraunVonovia auf Wachstumskurs - Schulden schneller reduzieren - Vonovia wächst stark – doch Mieterhöhungen und Regulierung sorgen für Gegenwind
Vonovia verzeichnet starkes Wachstum – doch Mietpreise und Regulierung sorgen für Kritik
Vonovia, Europas größtes Wohnungsunternehmen, hat für das Jahr 2025 ein kräftiges finanzielles Wachstum gemeldet. Das Unternehmen besitzt mittlerweile über 531.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich – ein Anstieg gegenüber 415.000 im Jahr 2020. Die jüngsten Zahlen zeigen steigende Gewinne, aber auch wachsende Kritik an Mieterhöhungen und regulatorischen Hürden.
Die Ertragslage des Konzerns verbesserte sich im vergangenen Jahr deutlich. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) stieg um 6,0 % auf 2,8 Milliarden Euro, während der bereinigte Nettogewinn um 5,3 % auf 1,54 Milliarden Euro kletterte. Treiber des Wachstums waren höhere Mieteinnahmen, Zusatzdienstleistungen und Immobilienverkäufe.
Vonovia erhöhte zudem die Dividende um drei Cent auf 1,25 Euro pro Aktie. Gleichzeitig will das Unternehmen die Schuldenreduzierung beschleunigen, indem es mehr Wohnungen veräußert – 2025 wurden 2.333 Einheiten verkauft, und für die kommenden Jahre sind zwischen 3.000 und 3.500 Verkäufen jährlich geplant. Auch nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerte wie Seniorenheime und Minderheitsbeteiligungen könnten veräußert werden.
Trotz der positiven Geschäftsentwicklung steht Vonovia wegen seiner Mietpolitik in der Kritik. Der Deutsche Mieterbund wirft dem Konzern "drastische Mieterhöhungen" vor und verweist auf einen Anstieg der durchschnittlichen Monatsmiete um 4,6 % auf 8,38 Euro pro Quadratmeter. Strengere Vorschriften in Berlin und Nordrhein-Westfalen, etwa Mietpreisbremse und Umwandlungsverbote, schränken die Spielräume des Unternehmens für weitere Preiserhöhungen zusätzlich ein.
Dennoch bleibt Expansion ein zentrales Ziel. Vonovia baut derzeit 4.200 neue Wohnungen und plant, langfristig über 65.000 Wohneinheiten auf eigenen Grundstücken zu entwickeln. Durch die Übernahme von Deutsche Wohnen hat das Unternehmen seinen Vorsprung vor Konkurrenten wie LEG Immobilien und Covivio weiter ausgebaut.
Die Zahlen für 2025 unterstreichen Vonovias dominierende Stellung auf dem europäischen Wohnungsmarkt – mit steigenden Erträgen und einem wachsenden Portfolio. Doch verschärfte Regulierung und der Widerstand der Mieter gegen steigende Mieten bleiben Herausforderungen. Wie das Unternehmen seine Schulden abbaut und neuen Wohnraum schafft, wird die nächste Wachstumsphase prägen.






