05 June 2026, 13:36

Solingen: Streit um Mietspiegel gefährdet 50-jährige Zusammenarbeit

FDP lehnt den von der Verwaltung präsentierten Mietspiegel ab

Solingen: Streit um Mietspiegel gefährdet 50-jährige Zusammenarbeit

Solingens Mietspiegel wird seit einem halben Jahrhundert gemeinsam von Vermieter- und Mieterverbänden verwaltet. Doch nun droht ein Streit über seine Aktualisierung das langjährige Abkommen zu gefährden. Die Freien Demokraten (FDP) haben sich eingeschaltet, kritisieren das neue Vorgehen der Stadt und fordern Nachbesserungen.

Im Februar beschloss der Solinger Stadtrat, einen neuen qualifizierten Mietspiegel zu erstellen. Dieser sollte auf wissenschaftlichen Daten basieren und unter Einbeziehung von Interessensverbänden wie Haus & Grund und dem Deutschen Mieterbund entstehen. Ziel war es, den bisherigen einfachen Mietspiegel abzulösen, der seit 50 Jahren gemeinsam gepflegt worden war.

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Doch die Zusammenarbeit brach schnell zusammen. Jürgen Albermann, eine zentrale Figur in den Verhandlungen, erklärte, die Stadtverwaltung habe die Verbände nicht ausreichend in den Prozess einbezogen. Infolgedessen fühlten sich die Gruppen übergangen und ausgeschlossen.

Nach einem Treffen mit Vertretern der Stadt und beiden Verbänden bestätigte Albermann, dass keine Zustimmung erteilt werde. Er warnte, dass ohne deren Unterstützung der neue Mietspiegel die Rechtssicherheit für Mieter und Vermieter gleichermaßen untergraben könnte.

Die FDP hat nun eine klare Position bezogen: Die Partei lehnt den von der Verwaltung vorgeschlagenen Mietspiegel rundweg ab. Stattdessen setzt sie sich dafür ein, dass die Verbände ihren bestehenden einfachen Mietspiegel selbst aktualisieren. Ihre Haltung ist unmissverständlich: Ohne die Rückendeckung beider Seiten – der Vermieter und der Mieter – werde man das neue System nicht mittragen.

Die Ablehnung der FDP lässt die Zukunft des Solinger Mietspiegels ungewiss erscheinen. Ohne die Zustimmung der Verbände könnte die von der Stadt geplante qualifizierte Version kaum Akzeptanz finden. Vorerst bleibt der alte einfache Mietspiegel in Kraft – doch seine langfristige Stabilität steht auf dem Spiel.

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