Solingen rutscht im Standortranking ab – trotz hoher Lebensqualität und starker Wirtschaft
Henry BraunSolingen rutscht im Standortranking ab – trotz hoher Lebensqualität und starker Wirtschaft
Solingen ist im aktuellen Standortranking von Die Deutsche Wirtschaft um drei Plätze auf Rang 72 abgerutscht. Die Bemühungen der Stadt um wirtschaftliche Entwicklung wurden zwar als zufriedenstellend bewertet, doch in anderen Bereichen gibt es sowohl bei Bürgern als auch bei Verantwortlichen Grund zur Sorge.
Die Lebensqualität in Solingen erhielt mit einer Note von 1,9 auf der fünfstufigen Skala eine gute Bewertung. Doch bei Infrastruktur, Arbeitsmarkt und Verwaltung schnitt die Stadt schlecht ab – hier vergaben die Leser im Schnitt die Note 3,4. Trotzdem bleibt Solingen ein wichtiger Wirtschaftsstandort: 23 der 10.000 umsatzstärksten deutschen Mittelständler haben hier ihren Sitz, was bundesweit Platz 49 bedeutet.
Zudem ist Solingen Heimat von drei Weltmarktführern und drei Unternehmen aus Zukunftsbranchen. FDP-Fraktionschef Jürgen Albermann kritisierte das Fehlen eines klaren Wirtschaftsmasterplans für die Stadt. Er forderte schnellere Baugenehmigungen und digitalisierte Verwaltungsprozesse, um das Wachstum zu beschleunigen.
Die FDP schlug außerdem vor, die familienfreundliche Infrastruktur auszubauen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Albermann regte an, die hohe Lebensqualität gezielt als Argument zu nutzen, um Fachkräfte aus anderen Regionen anzuwerben.
Die gemischten Bewertungen Solingens zeigen sowohl Stärken als auch Schwächen auf. Während die hohe Lebensqualität und die starke Wirtschaftspräsenz überzeugen, stehen dem der Rangrückgang und administrative Herausforderungen gegenüber. Werden diese Probleme angegangen, könnte sich die Position der Stadt in künftigen Rankings wieder stabilisieren.
