Solingen diskutiert umstrittene Absenkung der Klassenzimmertemperaturen auf 19 Grad
Henry BraunSolingen diskutiert umstrittene Absenkung der Klassenzimmertemperaturen auf 19 Grad
Der Stadtrat von Solingen erwägt einen Plan, die Klassenzimmertemperaturen in diesem Winter auf 19 Grad Celsius zu senken. Eine endgültige Entscheidung soll nach den Herbstferien fallen. Der Vorschlag hat unter lokalen Politikern und Bildungsexperten eine Debatte ausgelöst.
Aktuell halten die Schulen in Solingen eine Mindesttemperatur von 20 Grad ein – wie es die bundesweiten Vorschriften vorsehen. Eine Absenkung auf 19 Grad würde gegen die deutsche Arbeitsstättenverordnung und die Unfallverhütungsvorschriften verstoßen. Die Nachbarstädte Wuppertal und Remscheid haben ähnliche Maßnahmen für ihre Schulen bereits ausgeschlossen.
Die Freien Demokraten (FDP) lehnen den Plan entschieden ab. Jürgen Albermann, Fraktionsvorsitzender der FDP im Rat, argumentiert, dass ein Alleingang das falsche Signal sende. Stattdessen setzt die Partei auf Energiesparmaßnahmen wie Aufklärungskampagnen und die Reduzierung unnötiger Lüftung in Fluren.
Raoul Brattig, Vorsitzender des Schulausschusses, betonte, dass Schülerinnen und Schüler bereits während der Pandemie stark belastet wurden. Er ist der Meinung, dass sie nun nicht auch noch in kalten Klassenzimmern sitzen sollten. Der Ausschuss ist sich einig: Lernen im Kalten darf für die Kinder keine Option sein.
Über den Vorschlag wird der Stadtrat nach den Herbstferien abstimmen. Sollte er angenommen werden, stünde er im Widerspruch zu geltenden Regelungen. FDP und Schulausschuss bleiben in ihrer Ablehnung der Temperatursenkung in Klassenräumen unnachgiebig.
