Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann spaltet Tradition und Politik
Marie SimonSolidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann spaltet Tradition und Politik
Solidaritätskonzert in Bad Belzig entfacht Debatte über Politik und Tradition in Deutschlands Feuerwehrgemeinschaft
Ein Solidaritätskonzert in Bad Belzig hat die Diskussionen über Politik und Tradition innerhalb der deutschen Feuerwehrszene neu entfacht. Die Veranstaltung, bei der der Veteranensänger Heino den Hauptauftritt hatte, lockte rund 800 Besucher, darunter auch die umstrittene Schlagersängerin Melanie Müller. Auslöser war die Entlassung des Feuerwehrmanns Richard Mänder, der bei einer Meisterschaft eine umstrittene Version der Nationalhymne gespielt hatte.
Das Konzert spiegelte zudem die Spannungen zwischen privaten Feuerwehrgruppen und offiziellen Verbänden wider – während einige zu mehr Einheit aufrufen, drängen andere auf alternative Wettbewerbe.
Der Streit begann bei den Deutschen Feuerwehrmeisterschaften in Torgau, wo Mänder, ein Feuerwehrmann aus Bad Belzig, Heinos Aufnahme der Nationalhymne aus den 1970er-Jahren abspielte – inklusive der selten gespielten ersten Strophe. Daraufhin wurde er von seinen Aufgaben als Kampfrichter entbunden. Mänder bestritt später, rechtsextrem zu sein, bedauerte aber das "Missverständnis" und betonte, dass er nicht der Einzige sein dürfe, der zur Verantwortung gezogen werde.
Als Reaktion organisierte Heino das Konzert in Bad Belzig, bei dem auch Melanie Müller auftrat – sie war kürzlich wegen des Hitlergrußes in die Kritik geraten. Heinos Manager Helmut Werner wies Vorwürfe gegen die Veranstaltung zurück und bezeichnete Kritiker als "ahnungslose Analphabeten". Werner forderte eine zweite Chance für Mänder und präsentierte das Konzert als Solidaritätsbekundung.
Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen nahmen teil, um Mänder zu unterstützen. Der Deutsche Feuerwehrverband hingegen verteidigte die Entscheidung, ihn auszuschließen. Auch Rolf Fünning, Präsident des Brandenburgischen Feuerwehrverbandes, lehnt privat organisierte Wettbewerbe wie die der neu gegründeten Deutschen Feuerwehrsport Gemeinschaft von Mänder ab. Zwar dürfen Feuerwehrleute daran teilnehmen, jedoch nicht in offizieller Uniform oder mit Dienstabzeichen.
Mänder kündigte an, künftig jährliche Meisterschaften unter dem Dach seines neuen Verbandes auszurichten – ein Schritt, der die Feuerwehrgemeinschaft weiter spalten könnte. Traditionelle Führungskräfte fürchten eine Zersplitterung.
Das Konzert und seine Folgen haben tiefe Gräben in der deutschen Feuerwehrszene offenbart. Mänders Entlassung und die anschließende Solidaritätsveranstaltung haben die Debatten über Tradition und Führung verschärft. Während offizielle Verbände seine Pläne für private Wettbewerbe ablehnen, fordern Unterstützer eine zweite Chance. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob die Gemeinschaft zusammenwächst – oder noch stärker auseinanderbricht.






