"Richi"-Meme: Warum die Schweizer Familie jetzt gegen die Vermarktung kämpft
Marie Simon"Richi"-Meme: Warum die Schweizer Familie jetzt gegen die Vermarktung kämpft
Ein langjähriger Schweizer Internet-Meme hat für Kontroversen gesorgt, nachdem sich die Familie, die im Mittelpunkt steht, gegen dessen unbefugte Nutzung ausgesprochen hat. Der sogenannte "Richi"-Meme, der einen Jungen zeigt, der von einem Bagger fällt, begleitet von der lauten Reaktion seines Vaters, tauchte erstmals 2010 in einer TV-Folge auf, wurde seitdem aber zu Liedern, Merchandise-Artikeln und sogar zu einer offiziellen Eishockey-Hymne umfunktioniert. Nun fordert die Familie Schömbächler ein Ende der kommerziellen Verwertung.
Der Meme entstand 2010 während einer Folge der SRF-Serie "Auf und davon", die den Umzug der Familie Schömbächler nach Kanada dokumentierte. In einer Szene stürzt der junge Richi Schömbächler von einem Bagger, woraufhin sein Vater Hermann in Panik ruft. Mit der Zeit entwickelte sich dieser Moment zu einem viralen Phänomen in der Schweiz.
2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng ein Lied mit dem Titel "Richi", in dem Hermanns Ausruf und das Baggengeräusch gesampelt wurden. Der Song wurde populär und diente später als Torhymne der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM 2024 in Prag. Auch Merchandise-Artikel wie Socken, Aufbügelmotive und ein Kinderbuch erschienen – alles ohne Beteiligung der Familie.
Die Schömbächlers mieden lange die Medien, um die Privatsphäre ihrer Kinder zu schützen. Kürzlich kritisierten sie jedoch die unbefugte Verwendung ihrer Stimmen und ihres Bildes. Ihre Beschwerden führten dazu, dass der Schweizer Eishockeyverband "Richi" als Torhymne fallen ließ. Auch Stubete Gäng kündigte an, den Song neu aufzunehmen – diesmal ohne Hermanns Stimme.
Durch das Eingreifen der Familie hat sich die Nutzung des Memes verändert: Der Eishockeyverband spielt das Lied nicht mehr, und die Band wird eine überarbeitete Version veröffentlichen. Trotz seiner Beliebtheit hängt die Zukunft des "Richi"-Memes nun davon ab, ob künftige kommerzielle Verwendungen die Wünsche der Familie Schömbächler respektieren.






