Preisproteste an der Mailänder Scala: Warum Stammgäste gegen die Teuerung rebellieren
Henry BraunPreisproteste an der Mailänder Scala: Warum Stammgäste gegen die Teuerung rebellieren
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Aufruhr
Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für einige der begehrtesten Plätze stark angestiegen. Die Erhöhung hat vor allem bei den langjährigen Stammgästen, den sogenannten „Loggionisti“, für Unmut gesorgt. Bei der jüngsten Premiere von Verdis Carmen kam es zu Protesten, bei denen aus den oberen Rängen Flugblätter gegen die Änderungen geworfen wurden.
Die Scala hat die Preise für 36 ihrer 531 Sitze um über 30 Prozent erhöht. Die Abo-Kosten für diese Plätze stiegen von 800 auf 1.050 Euro. Das Theater, das bereits jetzt – nach dem Salzburger Festspiele – das teuerste Europas ist, hatte die Preise seit einem Jahrzehnt nicht mehr angehoben.
Die Leitung hält die Empörung für übertrieben, da die Erhöhung nur einen kleinen Teil der Sitze betrifft. Zudem seien die durchschnittlichen Steigerungen moderat: Plätze in der Galerie kosteten bisher 45,56 Euro und werden in der nächsten Saison 46,94 Euro betragen. Die Anpassungen stehen im Zusammenhang mit anstehenden Tarifverhandlungen und der Verlegung der Werkstätten in den Stadtteil Rubattino.
Trotz eines Überschusses in der Bilanz versichert das Theater, dass unter dem aktuellen Intendanten Fortunato Ortombina keine weiteren Preiserhöhungen geplant sind.
Die Änderungen haben bei den Stammbesuchern heftige Reaktionen ausgelöst. Während die meisten Plätze nur leicht teurer werden, haben die gezielten Erhöhungen für die Premium-Bereiche zu sichtbaren Protesten geführt. Die Theaterleitung bleibt jedoch standhaft und begründet die Anpassungen mit betrieblichen Notwendigkeiten und der langfristigen Stabilität.






