P-Konten versagen: Warum Banken Schutzfreibeträge ignorieren und Betroffene in Not bringen
Mats HartmannP-Konten versagen: Warum Banken Schutzfreibeträge ignorieren und Betroffene in Not bringen
Pfändungsschutzkonten in Deutschland versagen beim Schutz bedürftiger Menschen vor finanzieller Not
Jeden Monat sind zwischen 300.000 und 350.000 Konten von Pfändungen betroffen – doch die sogenannten P-Konten erfüllen ihren Zweck oft nicht: Banken setzen gesetzliche Freibeträge häufig verzögert um, sodass Betroffene keinen Zugang zu dringend benötigten Geldern für Lebenshaltungskosten wie Miete oder Nahrungsmittel haben.
Sobald ein Pfändungsbeschluss vorliegt, sperren Banken umgehend alle Mittel auf dem Girokonto. Eigentlich sollen P-Konten automatisch einen festgelegten monatlichen Grundbetrag schützen – doch in der Praxis hapert es. Schuldnerberater der Caritas Kempen-Viersen berichten von regelmäßigen Verzögerungen bei der Umstellung auf den geschützten Status, obwohl die gesetzlichen Vorgaben dies vorsehen.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) macht im Rahmen ihrer Aktionswoche Schuldnerberatung (15. bis 19. Juni) auf diese Missstände aufmerksam. Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin bei der Caritas in Viersen, fordert die Politik auf, wirksamere Maßnahmen zu ergreifen, um die Einhaltung der Schutzregelungen durchzusetzen. Ohne schnelle Hilfe von Banken, Beratungsstellen oder Behörden verlieren Betroffene zeitweise den Zugang zu existenzsichernden Mitteln.
Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz von der Caritas Kempen-Viersen am Donnerstag, den 18. Juni, von 11 bis 12 Uhr eine Telefonberatung an. Die Organisation unterhält Schuldnerberatungsstellen in Viersen, Dülken und Schwalmtal.
Das aktuelle System setzt viele Menschen unnötiger finanzieller Belastung aus. Banken müssen Freibeträge zügiger umsetzen, um zu verhindern, dass gesperrte Konten das Leben der Betroffenen aus dem Gleichgewicht bringen. Beratungsstellen leisten zwar Unterstützung, doch ohne strukturelle Reformen bleiben die Schutzlücken bestehen.






