18 April 2026, 12:18

NRW führt Punktesystem für ökologische Solaranlagen-Bewertung ein

Luftaufnahme einer Solar-Farm mit Panelen, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nahen Bahnstrecke.

NRW führt Punktesystem für ökologische Solaranlagen-Bewertung ein

Nordrhein-Westfalen veröffentlicht Leitfaden zur ökologischen Bewertung von Freiflächen-Solaranlagen

Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaikanlagen vorgelegt. Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz (LANUV) entwickelte das System, um Ausgleichsmaßnahmen in der gesamten Region zu vereinheitlichen. Es führt ein Punktesystem ein, das bewertet, wie gut Solaranlagen die lokale Tierwelt und Lebensräume fördern.

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Der Leitfaden nutzt eine Skala von null bis fünf, um verschiedene Bereiche einer Solaranlage zu bewerten. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten null Punkte und erfordern einen vollständigen ökologischen Ausgleich. Teilversiegelte Zonen, etwa Schotterwege, erreichen einen Punkt, während die Flächen direkt unter den Modulen in der Regel ebenfalls niedrig bewertet werden.

Auch der Reihenabstand, die Modulhöhe und die Bauweise fließen in die Bewertung ein. Die Behörde empfiehlt einen Mindestabstand von fünf Metern zwischen den Modulreihen und eine minimale Modulhöhe von 0,8 Metern. Fundamentfreie Konstruktionen werden bevorzugt, um Bodenversiegelungen zu reduzieren. Die Flächen zwischen den Modulreihen werden je nach angestrebtem Biotoptyp bewertet, wobei Abzüge von bis zu einem Punkt möglich sind.

Aktuell verfügt Nordrhein-Westfalen über eine installierte Solarleistung von 13,21 Gigawatt. Das Land strebt an, diese bis 2030 auf 21 bis 27 Gigawatt und bis 2040 auf 50 Gigawatt auszubauen. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat jedoch Bedenken geäußert. Er hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage des Leitfadens und warnt, dass strengere Ausgleichsregeln viele Projekte wirtschaftlich unattraktiv machen könnten.

Der neue Leitfaden setzt einheitliche Standards für ökologische Ausgleichsmaßnahmen bei Solaranlagen. Wird er konsequent angewendet, könnte er das Design und die Kosten zukünftiger Projekte beeinflussen. Die ambitionierten Ausbauziele des Landes könnten jedoch gefährdet sein, wenn strengere Vorgaben die Machbarkeit von Vorhaben einschränken.

Quelle