NRW bittet Bürger um Fotos von Wolfskot – warum die ungewöhnliche Aktion Sinn macht
Henry BraunStaatliche Behörde sucht Fotos von Wolfkot - NRW bittet Bürger um Fotos von Wolfskot – warum die ungewöhnliche Aktion Sinn macht
Nordrhein-Westfalen verzeichnet Zunahme von Wolfsaktivitäten – Behörden bitten um ungewöhnliche Mithilfe
In Nordrhein-Westfalen (NRW) nimmt die Aktivität von Wölfen zu: Seit 2020 wurden vermehrt Rudel bestätigt. Die jüngste Erhebung für 2025/26 verzeichnet bundesweit 75 Wolfsrudel, während Regionen wie Leuscheid, der Westerwald und Grenzgebiete häufige Sichtungen sowie Angriffe auf Nutztiere melden. Um die Ausbreitung der Tiere besser nachvollziehen zu können, setzen die Behörden nun auf eine ungewöhnliche Methode – sie sammeln Fotos von Wolfslosung.
Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) mit Sitz in Düsseldorf hat eine Initiative gestartet, bei der Bürger Fotos von Wolfskot einreichen sollen. Dieser ist charakteristisch: mindestens 20 Zentimeter lang, 2,5 Zentimeter breit und enthält oft Haare, Knochenstücke oder Überreste von Beutetieren. Wölfe nutzen ihren Kot, um Reviere zu markieren, und platzieren ihn an gut sichtbaren Stellen.
Die Behörde richtet sich vor allem an Menschen, die sich viel in der Natur aufhalten – Wanderer, Jäger und Naturliebhaber. Besonders Jäger könnten im Wald auf solche Spuren stoßen. Erfüllt ein eingereichtes Foto die Kriterien, holt ein LANUV-Mitarbeiter eine Probe für eine DNA-Analyse ab. So lässt sich klären, ob der Kot von einem bereits bekannten Wolf oder einem neuen Tier in der Region stammt.
Die DNA-Untersuchungen beschränken sich nicht auf Losung. Auch von Tieren, die mutmaßlich von Wölfen gerissen wurden, werden Proben entnommen. Ziel ist es, die Wanderbewegungen der Wölfe präziser zu erfassen – insbesondere in Brennpunkten wie dem Rhein-Sieg-Kreis, dem Westerwald und den Landkreisen an der Grenze zu Rheinland-Pfalz, wo es kürzlich vermehrt Angriffe auf Nutztiere gab.
Die Initiative setzt auf die Mithilfe der Bevölkerung, um die Wolfspopulation zu überwachen. Über das Wolfsportal der LANUV können Anwohner Fotos einreichen und so dazu beitragen, die Ausbreitung der Tiere zu dokumentieren. Die gesammelten Daten helfen den Behörden, das Zusammenleben von Mensch und Wolf in den am stärksten betroffenen Regionen NRWs besser zu steuern.






