Neuer 100-Qubit-Quantencomputer am Jülich Supercomputing Centre installiert
Henry BraunNeuer 100-Qubit-Quantencomputer am Jülich Supercomputing Centre installiert
Am Jülich Supercomputing Centre (JSC) in Deutschland ist ein neuer Quantencomputer mit 100 Qubits eingetroffen. Das von dem französischen Unternehmen Pasqal entwickelte Gerät ist Teil einer europäischen Initiative, die Quanten- und klassische Computersysteme miteinander verknüpfen soll. Seine Installation markiert einen weiteren Fortschritt im Rahmen des HPCQS-Projekts, das darauf abzielt, Quantentechnologie mit der Supercomputing-Infrastruktur in ganz Europa zu verbinden.
Der Quantencomputer wurde Mitte November 2023 geliefert, nachdem vier Monate zuvor ein ähnliches System in Frankreich installiert worden war. Die erste Einheit ging an das GENCI/CEA-Hochleistungsrechenzentrum, während die zweite Maschine nun die Einrichtungen des JSC ergänzt. Beide Systeme arbeiten mit neutralen Atomen – eine Methode, auf die Pasqal spezialisiert ist und die stabile sowie skalierbare Quantenverarbeitung ermöglicht.
Das neue Gerät wird direkt mit dem JURECA-DC-Supercomputer am JSC verbunden und schafft so eine hybride Rechenumgebung. Forscher werden es für Aufgaben wie physikalische und chemische Simulationen sowie für Quanten-Maschinelles Lernen nutzen. Zudem erweitert das System die Jülich UNified Infrastructure for Quantum Computing (JUNIQ), eine Plattform, die öffentlichen Zugang zu Quantenressourcen bietet.
Die Finanzierung des Projekts stammt von der Europäischen Gemeinschaftsinitiative für Hochleistungsrechnen (EuroHPC JU) sowie aus Mitteln von sechs europäischen Ländern. Der Quantencomputer soll im Juni 2025 in Betrieb genommen werden und dann Forschern und Entwicklern zur Verfügung stehen.
Die Inbetriebnahme am JSC unterstreicht Europas Bestrebungen, Quantencomputing mit herkömmlichen Supercomputern zu integrieren. Sobald das System Mitte 2025 online geht, wird es ein neues Werkzeug für wissenschaftliche Simulationen und fortschrittliches Maschinelles Lernen bieten. Das Projekt spiegelt die koordinierten Anstrengungen wider, eine gemeinsame Quanteninfrastruktur auf dem gesamten Kontinent aufzubauen.






