Nanobodies blockieren tödliche Entzündungsprozesse – Hoffnung für Sepsis-Patienten
Marie SimonNanobodies blockieren tödliche Entzündungsprozesse – Hoffnung für Sepsis-Patienten
Ein internationales Forschungsteam hat herausgefunden, wie winzige Antikörperfragmente, sogenannte Nanobodies, einen zentralen entzündlichen Prozess blockieren können. Die von der Uniklinik Bonn (UKB) und der Universität Bonn geleitete Studie konzentrierte sich auf Gasdermin D (GSDMD), ein Protein, das während Entzündungen Löcher in Zellmembranen schlägt. Die Ergebnisse deuten auf neue Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten wie Sepsis oder autoinflammatorische Erkrankungen hin.
GSDMD spielt eine entscheidende Rolle bei Entzündungen, indem es Poren in Zellmembranen bildet. Normalerweise bleibt das Protein inaktiv, bis ein hemmender Abschnitt abgespalten wird. Sobald es aktiviert ist, lagert sich seine N-terminale Domäne in die Membran ein und gruppiert sich zu zerstörerischen Poren.
Das Team identifizierte sechs Nanobodies, die gezielt GSDMD angreifen. Zwei davon wurden in menschliche Makrophagen eingebracht – Immunzellen, die häufig an Entzündungsprozessen beteiligt sind. Die Nanobodies wirkten selbst dann, wenn sie von außen als gereinigte Proteine zugegeben wurden: Sie stoppten sowohl den Zelltod als auch die Freisetzung entzündungsfördernder Signale.
Der entscheidende Durchbruch lag in der Aufklärung, wie diese Nanobodies die Porenbildung verhindern: Sie blockieren die Zusammenlagerung der N-terminalen Domäne von GSDMD und unterbinden so den Prozess effektiv. An der Studie waren auch das Walter and Eliza Hall Institute in Australien und das Whitehead Institute in den USA beteiligt.
Die Finanzierung erfolgte durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), darunter Fördermittel aus dem Exzellenzcluster ImmunoSensation2 der Universität Bonn sowie der Forschungsgruppe von Professor Florian Schmidt. Das Team sieht in seinen Ergebnissen einen vielversprechenden Ansatz für die Behandlung von Krankheiten, bei denen Porenbildung und Zelltod Entzündungen antreiben. Weitere Studien könnten untersuchen, wie sich diese Nanobodies klinisch einsetzen lassen.






