27 March 2026, 08:16

Münsters Museum macht Kolonialismus für Schüler:innen greifbar

Alte Plakatwerbung für den 'Ballon Captif' auf der Weltausstellung, mit Illustrationen von Heißluftballons, Gebäuden, Bäumen und Himmel, sowie Text mit Veranstaltungseinzelheiten.

Münsters Museum macht Kolonialismus für Schüler:innen greifbar

Städtisches Museum Münster veranstaltet Studientage zu deutschem Kolonialismus für Schüler:innen

Das Städtische Museum Münster bietet spezielle Studientage zum Thema deutscher Kolonialismus für Schüler:innen der weiterführenden Schulen an. Die Veranstaltungen finden am 8. und 9. Oktober im "Themenraum Kolonialismus" des Museums statt. Eine Anmeldung zur Teilnahme ist nicht erforderlich, für die Nutzung des angrenzenden Arbeitsraums muss jedoch vorab gebucht werden.

Parallel dazu endet am 12. Oktober eine weitere Ausstellung des Museums mit Fotografien von Pan Walther, die seltene Aufnahmen einer historischen Wallfahrt im Süden Frankreichs zeigt.

Der "Themenraum Kolonialismus" entstand in Zusammenarbeit mit 15 Kultur- und Bildungseinrichtungen in Münster. Federführend waren das Städtische Museum, das Historische Seminar sowie das Institut für Geschichtsdidaktik der Universität Münster. Im Mittelpunkt stehen die historischen Auswirkungen und gegenwärtigen Folgen der deutschen Kolonialherrschaft, darunter auch Auftragskunstwerke, die sich mit den bis heute nachwirkenden kolonialen Strukturen auseinandersetzen.

An beiden Studientagen begleiten Studierende der Universität Münster die schulischen Besuchergruppen und stehen als Ansprechpartner:innen zur Verfügung. Weitere Termine sind für Dezember 2025 und Februar 2026 geplant; nähere Informationen gibt es auf der Website des Museums.

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Zudem zeigt das Museum derzeit eine Fotoausstellung des Fotografen Pan Walther (1921–1987), dessen Bilder die traditionelle Pilgerfahrt nach Saintes-Maries-de-la-Mer dokumentieren – noch bevor der Ort zu einem bedeutenden Touristenziel wurde. Diese Schau endet am 12. Oktober.

Interessierte haben zudem die Möglichkeit, am 11. Oktober um 16 Uhr an einer öffentlichen Führung durch den "Themenraum Kolonialismus" teilzunehmen. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Münster steht mit diesem Engagement nicht allein da: Auch andere deutsche Städte wie Bremen, Kiel, Norderstedt, Düsseldorf und Essen haben Bildungsinitiativen zur kolonialen Vergangenheit entwickelt. Diese reichen von Ausstellungen zu Bremens kolonialer Rolle im 20. Jahrhundert bis hin zu Workshops in Düsseldorf, die untersuchen, wie koloniale Strukturen etwa in Form von Rassismus und Diskriminierung bis heute fortwirken.

Die Studientage bieten Schüler:innen die Gelegenheit, sich direkt mit der Geschichte und den langfristigen Auswirkungen des deutschen Kolonialismus auseinanderzusetzen. Der "Themenraum Kolonialismus" bleibt über die Veranstaltungen hinaus zugänglich; weitere Termine sind für das laufende Schuljahr geplant. Wer den Arbeitsraum nutzen möchte, muss sich telefonisch oder per E-Mail anmelden.

Quelle