Klesch Group übernimmt BP-Raffinerie Gelsenkirchen für Milliarden-Deal
Mila BeckerKlesch Group übernimmt BP-Raffinerie Gelsenkirchen für Milliarden-Deal
Die Klesch Group hat eine verbindliche Vereinbarung zum Kauf der BP-Raffinerie Gelsenkirchen unterzeichnet, einem der größten integrierten petrochemischen Standorte Europas. Der Deal, der von der Kanzlei Clifford Chance beraten wurde, markiert eine bedeutende Expansion für den Industriekonzern. Die Übernahme soll voraussichtlich Mitte 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.
Die Raffinerie in Gelsenkirchen ist Deutschlands zweitgrößter Ethylenproduzent. Sie verarbeitet jährlich rund 12 Millionen Tonnen Rohöl und beschäftigt etwa 2.300 Mitarbeiter. Zu ihrem Produktspektrum gehören Benzin, Diesel, Flugkraftstoff, Heizöl sowie über 50 weitere Chemikalien.
Seit 2021 hat der Standort seinen Fokus von klassischen Kraftstoffen wegverlagert. Stattdessen werden nun Spezialchemikalien und kohlenstoffärmere Produkte priorisiert. Dieser Wandel spiegelt einen größeren Trend in Europa wider, wo Raffinerien sich an die Anforderungen der Dekarbonisierung anpassen, indem sie in die Petrochemie und nachhaltige Alternativen diversifizieren.
Die Klesch Group, 1990 gegründet, betreibt bereits Raffinerien in Heide (Deutschland) und Kalundborg (Dänemark). Das Unternehmen beschäftigt an seinen bestehenden Standorten rund 1.000 Mitarbeiter. Mit der Übernahme erweitert es seine Präsenz im europäischen Energiesektor weiter.
Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2026 finalisiert werden, sofern die Aufsichtsbehörden zustimmen. Nach dem Abschluss übernimmt die Klesch Group einen Standort, der eine Schlüsselfunktion in der deutschen petrochemischen Industrie einnimmt. Der Deal stärkt die Position der Gruppe in einem Sektor, der sich zunehmend auf Nachhaltigkeit und Spezialprodukte konzentriert.






