04 April 2026, 12:17

Kiekert beantragt Insolvenz – chinesischer Eigentümer Lingyun blockiert Rettungsmillionen

Chinesisches Aktienzertifikat mit detaillierten Designs und bilingualem Text in Chinesisch und Englisch.

Chinesischer Eigentümer möchte Kiekert behalten - Kiekert beantragt Insolvenz – chinesischer Eigentümer Lingyun blockiert Rettungsmillionen

Kiekert, ein führender Zulieferer für Automobil-Verriegelungssysteme, hat vorläufige Insolvenz beantragt, nachdem der chinesische Eigentümer Lingyun versprochene Finanzmittel nicht bereitgestellt hatte. Das Unternehmen, das weltweit 4.500 Mitarbeiter beschäftigt, führt seine Geschäfte vorerst wie gewohnt fort – die Gehälter der 700 Beschäftigten in Deutschland sind bis November gesichert.

Die finanziellen Probleme begannen nach der Übernahme durch Lingyun im Jahr 2012. Unter chinesischer Führung erweiterte Kiekert die Produktion in China und Europa und sicherte sich über 30 Prozent des Weltmarktanteils. Das Unternehmen belieferte große Automobilhersteller wie Volkswagen und Ford und entwickelte gleichzeitig fortschrittliche Schlosstechnologien. Doch weil Lingyun die zugesagten Investitionen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro nicht tätigte, häufte Kiekert Schulden an und geriet schließlich in die Insolvenz.

Letzte Woche leitete das Amtsgericht Wuppertal das vorläufige Insolvenzverfahren ein. Geschäftsführer Jérôme Debreu machte Lingyun für die Blockade des Zugangs zu Schlüsselmärkten und Finanzmitteln verantwortlich, was das Unternehmen in Existenzgefahr brachte. Dennoch bleiben alle Kiekert-Standorte in Betrieb, und die Mitarbeiter erhalten weiterhin ihr Gehalt.

Lingyun behauptet, von den Insolvenzanträgen erst durch Medienberichte erfahren zu haben. Der chinesische Konzern betont, die Eigentumsrechte an Kiekert behalten zu wollen, und arbeite daran, das Unternehmen zu stabilisieren. Zu den erklärten Zielen gehören der Gläubigerschutz, die Wiederherstellung der Liquidität und die langfristige Sicherung von Kiekert.

Die Unternehmensführung von Kiekert hingegen strebt eine Loslösung von Lingyun an. Ihr Plan sieht vor, das Wachstum zu beschleunigen und das 168 Jahre alte Erbe des Automobilzulieferers zu bewahren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Insolvenzverfahren läuft nun an, doch der Tagesbetrieb bleibt vorerst unberührt. Mit gesicherten Löhnen bis November rückt die Restrukturierung und die Zukunftssicherung des Unternehmens in den Fokus. Der Ausgang hängt von den Verhandlungen zwischen Lingyun, den Gläubigern und der Kiekert-Führung ab.

Quelle