30 March 2026, 10:18

Hunderte protestieren in Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe

Eine Gruppe von Menschen marschiert die Straße entlang, hält ein "Solidarität und Feminismus"-Schild, mit parkenden Fahrzeugen, Gebäuden, einer Schüsselantenne und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Hunderte protestieren in Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe

Hunderte Demonstranten versammelten sich am Sonntag in Bonn, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren und mehr Engagement in dieser Frage zu fordern. Die Kundgebung folgte einem Spiegel-Bericht über Vorwürfe gegen den Schauspieler Christian Ulmen, der angeblich gefälschte Online-Profile seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt und pornografische Inhalte ohne ihre Zustimmung verbreitet haben soll. Trotz kaltem und regnerischem Wetter füllten über 500 Menschen den Marktplatz vor dem alten Rathaus.

Die Protestaktion wurde von einem Bündnis lokaler Parteien organisiert, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt. Redner forderten Männer auf, sich aktiv gegen frauenfeindliche Einstellungen zu stellen, die zu Gewalt gegen Frauen beitragen. Die Veranstaltung fand einen Tag nach einer Demonstration in Köln statt, an der mehr als 5.000 Menschen für dieselbe Sache teilgenommen hatten.

Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Grünen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für strengere Gesetze zum Schutz von Frauen einzusetzen. Die Bonner Demonstration unterstrich, wie tief das Thema sexualisierte Gewalt in der Rheinregion verankert ist.

Bereits im März 2026 hatte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) Pläne angekündigt, rechtliche Lücken bei digitaler Gewalt zu schließen. Nach den neuen Vorschlägen soll das Erstellen oder Verbreiten von nicht konsensualer Deepfake-Pornografie unter Strafe gestellt werden. Deutschland muss bis Juni 2027 eine EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen umsetzen.

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Der Protest in Bonn erhöht den Druck auf die Politik, den Schutz vor digitalem Missbrauch zu verstärken. Da bis 2027 neue Gesetze erwartet werden, fordern Aktivisten schnellere Maßnahmen. Die Vorwürfe gegen Ulmen und die große Beteiligung in Bonn und Köln zeigen eine wachsende öffentliche Nachfrage nach Veränderung.

Quelle