02 April 2026, 14:16

Grundschulen in Bergisch Gladbach kämpfen mit unvorbereiteten Erstklässlern und wachsenden Klassen

Kinder vor einem Gebäude mit Bäumen, Blumen und einem klaren Himmel, einige halten Schulranzen.

Grundschulen in Bergisch Gladbach kämpfen mit unvorbereiteten Erstklässlern und wachsenden Klassen

Grundschulen in Bergisch Gladbach stehen vor wachsenden Herausforderungen, da immer mehr Kinder ohne grundlegende Fähigkeiten eingeschult werden. Viele Erstklässler haben heute Schwierigkeiten mit Aufgaben, die sie früher bereits im Kindergarten gelernt hätten. Die Folge sind größere Klassen und höhere Wiederholerquoten. Schulleitungen führen Sprachdefizite, motorische Entwicklungsverzögerungen sowie sozial-emotionale Probleme als Hauptgründe für diese Entwicklung an.

In Nordrhein-Westfalen umfasst die flexible Schulanfangsphase die ersten beiden Jahre der Grundschulzeit. Kinder können je nach Entwicklungsstand ein, zwei oder sogar drei Jahre dafür benötigen. Manuel Blum, Schulleiter der Concordia-Schule in Schildgen, verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Schülerinnen und Schüler, die die volle dreijährige Phase benötigen, bevor sie in die nächste Klasse wechseln.

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Die Klassen werden immer größer – in einigen Bergisch Gladbacher Schulen werden mittlerweile 29 Kinder in einer Gruppe unterrichtet. Viele von ihnen haben Lernschwierigkeiten, was den Unterricht für die Lehrkräfte komplexer macht. Rund 25 Prozent der Schulanfänger bringen behandlungsbedürftige Sprachprobleme mit, was den Lernfortschritt zusätzlich bremst.

Auch die regelmäßige Kindergartenbesuche sind durch Personalmangel und Notbetreuungslücken unzuverlässig geworden. Dadurch entfällt für viele Kinder die frühe Förderung in Bereichen wie Reimerkennung, Formenlehre oder grundlegenden sozialen Kompetenzen. Die Schulen reagieren darauf, indem sie vorschulische Inhalte in ihre Lehrpläne integrieren, um die Lücken zu schließen.

Schulleitungen müssen die künftige Klassenraumplanung daran ausrichten, welche Zweitklässler möglicherweise sitzenbleiben. Die steigende Zahl der Wiederholer ist auf Sprachdefizite, motorische Rückstände und Verhaltensauffälligkeiten im Unterricht zurückzuführen. Ohne kontinuierliche Vorschulförderung sehen sich Lehrkräfte mit immer größeren Herausforderungen konfrontiert, die unterschiedlichen Lernbedürfnisse zu bewältigen.

Die Entwicklung führt dazu, dass mehr Kinder die frühen Jahrgänge wiederholen müssen, was Ressourcen und Lehrpersonal zusätzlich belastet. Die Schulen passen sich an, indem sie vorschulische Grundlagen in den Unterricht einbauen – doch die zugrundeliegenden Probleme wie Kindergartenmangel und wachsende Kompetenzlücken bleiben bestehen. Die Situation unterstreicht den Bedarf an stärkerer Frühförderung, um den Übergang in die reguläre Schulbildung zu erleichtern.

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