GDL-Streik legt Deutschlands Bahnnetz 35 Stunden lahm – Chaos für Reisende und Güterverkehr
Mats HartmannGDL-Streik legt Deutschlands Bahnnetz 35 Stunden lahm – Chaos für Reisende und Güterverkehr
Deutschlands Bahnnetz steht vor einer neuen Welle schwerer Behinderungen, nachdem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ihren fünften Streik in Folge gestartet hat. Diesmal dauert die Arbeitsniederlegung 35 Stunden und trifft sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr hart. Die anhaltenden Arbeitskämpfe sorgen für verärgerte Reisende und erschöpfte Beschäftigte – ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht.
Der jüngste GDL-Streik folgt auf wochenlange Spannungen um die Arbeitsbedingungen. Lokomotivführer wie Jörg aus Köln absolvieren oft Schichten von 50 bis 55 Stunden – weit über der offiziellen Grenze von 39 Stunden – wegen Personalmangels. Er unterstützt die Streiks und verweist auf extreme Arbeitszeiten und fehlende Work-Life-Balance. Doch seine Beteiligung stößt auf öffentliche Kritik: Viele Fahrgäste machen ihn für ihre chaotischen Reisen verantwortlich.
Die Deutsche Bahn verurteilte den Verzicht der GDL auf die übliche 48-stündige Vorankündigung vor Streiks. Das Unternehmen warnte, die spontanen Arbeitsniederlegungen würden das Chaos noch verschärfen. Gleichzeitig heizt die Gewerkschaft ver.di die Lage an, indem sie separate Streiks im Luftverkehr ankündigt.
Die GDL fordert vor allem eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Gewerkschaft kündigte an, weitere Streiks in unvorhersehbaren „Wellen“ folgen zu lassen – für Reisende und Unternehmen wird die Planung damit zum Glücksspiel.
Der aktuelle Ausstand bringt neue Verspätungen und Ausfälle für Fahrgäste, die bereits seit Wochen mit Einschränkungen kämpfen. Da die GDL auf Vorwarnungen verzichtet, könnten künftige Streiks noch härter zuschlagen. Der Machtkampf zeigt keine Anzeichen einer Entspannung: Beide Seiten bleiben in der Frage nach Löhnen und Arbeitszeiten unnachgiebig verfeindet.






