Gamescom startet in Köln – doch die Gaming-Szene kämpft mit Hass und Einsamkeit
Henry BraunGamescom startet in Köln – doch die Gaming-Szene kämpft mit Hass und Einsamkeit
Gamescom: Größte Spielemesse der Welt startet in Köln – Umfrage zeigt besorgniserregende Einstellungen unter Gamer:innen
Die Gamescom, die weltweit größte Fachmesse für Video- und Computerspiele, öffnet an diesem Mittwoch in Köln ihre Tore. Hunderttausende Fans werden zu der fünftägigen Veranstaltung erwartet. Doch eine neue Umfrage fördert beunruhigende Haltungen und Erfahrungen unter engagierten Gamer:innen zutage.
Die Studie ergab, dass 43 Prozent der Hardcore-Gamer:innen glauben, Jüdinnen und Juden hätten global zu viel Einfluss. Feindseligkeit gegenüber LGBTQ+-Personen und antifeministische Ansichten waren in dieser Gruppe ebenfalls weit verbreitet. Die demografische Zusammensetzung ist stark männlich geprägt: 75 Prozent identifizieren sich als Männer, 55 Prozent sind zwischen 16 und 34 Jahre alt.
Auch soziale Isolation und Misshandlung sind weit verbreitet. 58 Prozent gaben an, sich mäßig oder stark einsam zu fühlen. 14 Prozent erleben verbale Angriffe häufig oder sehr häufig, während 38 Prozent berichteten, beim Spielen regelmäßig beleidigt zu werden. Auch Drohungen mit körperlicher Gewalt und Vergewaltigung wurden von vielen gemeldet.
Politisch sind die Gamer:innen offenbar stark engagiert: 27 Prozent haben im vergangenen Jahr an einer Demonstration teilgenommen. Die Ergebnisse werden bekannt, während die Gamescom von Mittwoch bis Sonntag ihre Besucher:innen empfängt.
Die Umfrage unterstreicht anhaltende Probleme in der Gaming-Kultur – von extremistischen Ansichten über Belästigung bis hin zu Vereinsamung. Angesichts der erwarteten Massenbesucher:innen findet die Messe vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über die sozialen Dynamiken in der Community statt. Veranstalter:innen und Branchenvertreter:innen könnten in den kommenden Jahren unter Druck geraten, diese Herausforderungen anzugehen.






