Frömern bekommt ersten unbemannten Supermarkt nach Bäckerei-Schließung
Mila BeckerFrömern bekommt ersten unbemannten Supermarkt nach Bäckerei-Schließung
Unbemannter Supermarkt eröffnet in Frömern – Tante M füllt Versorgungslücke
In Frömern, einem kleinen Ortsteil von Fröndenberg in Nordrhein-Westfalen, hat ein neuer, komplett personalfreier Supermarkt seine Türen geöffnet. Die Filiale der Kette Tante M soll die Lücke schließen, die durch die Schließung der letzten ortsansässigen Bäckerei entstanden ist, und den Anwohnern den Zugang zu Alltagsprodukten erleichtern. Die Franchisenehmerin Anna Kirksov, die sich mit einem eigenen Geschäft selbstständig machen wollte, führt den Laden nun mit Fokus auf Bequemlichkeit und die Bedürfnisse der Gemeinschaft.
Das Fehlen lokaler Einkaufsmöglichkeiten war in Frömern seit Langem ein Problem. Seit die Bäckerei dichtmachte, gab es im Ort keinen einzigen Laden mehr – die Bewohner hatten keine Möglichkeit, vor Ort Grundnahrungsmittel einzukaufen. Die leerstehende Fläche blieb jahrelang ungenutzt, da sich ein betriebswirtschaftlich lohnendes Geschäft nicht realisieren ließ. Für die Anwohner bedeutete das, für Einkäufe weite Wege in Kauf nehmen zu müssen.
Das Konzept von Tante M, in Nordrhein-Westfalen noch vergleichsweise unbekannt, ist bisher nur mit zwei weiteren Filialen in der Region vertreten. Der neue Standort bietet rund 1.200 Artikel an – von Backwaren bis hin zu frischem Gemüse – und hat täglich von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr geöffnet. Der Zutritt erfolgt über ein kartengestütztes System, das Diebstahl in Abwesenheit von Personal verhindern soll.
Ein ähnliches Projekt ist bereits in Planung: Die Genossenschaftskette Enso will in Unna-Hemmerde ebenfalls einen unbemannten Laden nach dem gleichen Modell eröffnen. Tante M selbst expandiert unterdessen weiter – eine weitere Filiale soll am 20. März 2026 in Fröndenberg folgen.
Der neue Tante M-Markt gibt den Bewohnern Frömerns nach Jahren ohne lokale Einkaufsmöglichkeit eine Anlaufstelle zurück. Mit den langen Öffnungszeiten und dem Selbstbedienungskonzept reagiert das Geschäft auf die Herausforderungen der Einzelhandelsrentabilität in kleinen Dörfern. Sollte sich das Modell bewähren, könnte es als Vorbild für weitere Standorte in unterversorgten Regionen dienen.






