Florentina Holzinger schockt Wien mit radikaler Pfingst-Performance zwischen Nacktheit und Monstertrucks
Mila BeckerFlorentina Holzinger schockt Wien mit radikaler Pfingst-Performance zwischen Nacktheit und Monstertrucks
Ein gewagtes Spektakel der Künstlerin Florentina Holzinger entfaltete sich über das Pfingstwochenende in Wien. Mit einer nackten Frau, die eine Hotelfassade erklomm, einem Monstertruck, der einen Panzer zermalmte, und einer Fallschirmspringerin, die eine Friedensfahne setzte, bot die Performance ein atemberaubendes Erlebnis. Das Publikum wurde im Rahmen des aufwendig inszenierten Events zwischen verschiedenen Spielorten transportiert.
Der Auftakt fand am Heumarkt statt, wo Holzinger mit ihrem rein weiblichen Ensemble eine provokante Eröffnungsszene präsentierte. Von dort brachten Busse die Zuschauer nach Schloss Prinzendorf, wo der Hauptteil der Aufführung stattfand.
Im Schlosshof walzte ein Monstertruck einen Panzer platt, während aus dem Himmel eine Fallschirmspringerin herabschwebte. Der Sprung wurde live übertragen – die Zuschauer verfolgten, wie die Figur landete und sich als Schwertschluckerin entpuppte. Anschließend pflanzte sie eine weiße Fahne in den zerstörten Panzer und setzte damit ein Symbol für den Frieden.
Holzingers Inszenierung umfasste Autos, ein Motorrad und sogar eine „Malaktion“ mit Drohnen, die an den radikalen Stil Hermann Nitschs erinnerte. Die Performerkünstlerinnen setzten sich extremen Akten aus, etwa Haken, die unter ihre Haut eingesetzt wurden – alles in Nahaufnahmen festgehalten. Der Höhepunkt zeigte eine Neuinterpretation des „Letzten Abendmahls“ mit dreizehn in der Luft schwebenden Frauen.
Schon zuvor hatte am Hotel Intercontinental eine nackte Frau die Fassade des Gebäudes hinabgeklettert – ein prägender Moment der Eröffnungsszene.
Die Veranstaltung verband Schock, Spektakel und politische Symbolik und bewegte sich zwischen Wiener Stadtraum und historischem Schloss. Holzingers Einsatz extremer Bilder und Live-Aktionen hinterließ bei den Zuschauern einen bleibenden Eindruck. Die Performance unterstrich einmal mehr ihren Mut zu künstlerischen Provokationen.






