17 March 2026, 04:15

Essen feiert Tag der Archive mit Fokus auf Frauenkulturerbe und Nelli Neumann

Außenansicht des Houston Holocaust Museums mit eingravierter Textwand, Gedenksteine, Grünfläche, Straße mit Fahrzeugen, einer Straßenlaterne und einem bewölkten Himmel.

Essen feiert Tag der Archive mit Fokus auf Frauenkulturerbe und Nelli Neumann

Essen feierte am 8. März 2026 den Tag der Archive mit geöffneten Türen im Haus der Essener Geschichte und im Stadtarchiv. Der Termin fiel zusammen mit dem Internationalen Frauentag und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung des Gebäudes als FrauenOrt – eine offizielle Stätte des Frauenkulturerbes. Besucher konnten Ausstellungen erkunden und sich über die Bemühungen der Stadt informieren, ihr historisches Erbe zu bewahren.

Das Haus der Essener Geschichte hat eine besondere Bedeutung: Hier lebte einst Nelli Neumann, eine jüdische Pädagogin und Pionierin der Mädchenbildung. Neumann, die von den Nationalsozialisten ermordet wurde, wird heute durch einen Stolperstein am Ernst-Schmidt-Platz geehrt. Ihr Wirken als Lehrerin und Wissenschaftlerin stand im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung, begleitet von Vorträgen und Führungen unter der Leitung der Historikerin Claudia Kauertz.

Der alle zwei Jahre stattfindende Tag der Archive bietet den Essener Bürgern die Möglichkeit, sich mit der Geschichte ihrer Stadt auseinanderzusetzen. Die Ausgabe 2026 betonte besonders die Erinnerungskultur Essens und präsentierte archivarische Arbeit sowie prägende städtische Geschichten. Oberbürgermeister Thomas Kufen würdigte das Engagement der historischen Initiativen und der Archivmitarbeiter, die diese Tradition lebendig halten.

Kufen hob zudem die übergeordnete Bedeutung des Stadtarchivs und lokaler Projekte hervor. Dank dieser Bemühungen bleiben Persönlichkeiten wie Nelli Neumann und die allgemeine Geschichte Essens im öffentlichen Bewusstsein verankert.

Die Veranstaltung rückte sowohl die Archivpflege als auch die historischen Leistungen von Frauen in den Fokus. Nelli Neumanns Schicksal, eng verbunden mit dem Haus der Essener Geschichte, prägte die Aktivitäten des Tages. Die Organisatoren kündigten an, solche Initiativen fortzuführen – als Zeichen für Essens Verpflichtung zu Bildung und Erinnerung.

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