Düstere Legenden: Was steckt wirklich hinter Humpty Dumpty und dem Muffin-Mann?
Mats HartmannDüstere Legenden: Was steckt wirklich hinter Humpty Dumpty und dem Muffin-Mann?
Beliebte Kinderreime wie Humpty Dumpty und Der Muffin-Mann wecken seit jeher Neugier auf ihre Ursprünge. Zahlreiche Theorien – manche düster, andere verspielt – versuchen, ihre Bedeutungen zu erklären. Doch Historiker finden für die spektakulärsten Behauptungen oft kaum Belege.
Die früheste bekannte Version von Humpty Dumpty stammt aus längst vergangenen Jahrhunderten, doch von einem Ei ist darin keine Rede. Manche vermuten, das Lied beziehe sich auf den gewaltsamen Tod von König Richard III. in der Schlacht von Bosworth. Andere argumentieren, es handele sich schlicht um eine Spottdichtung über betrunkene Zeitgenossen, die von einer Mauer stürzen.
Eine andere Theorie verbindet Der Muffin-Mann mit dem London des 19. Jahrhunderts, wo Straßenhändler Haus für Haus Muffins verkauften. Die Melodie selbst wurde erstmals 1820 aufgezeichnet, doch die Deutung des Textes bleibt offen. Online-Spekulationen bringen den Reim sogar mit Frederick Thomas Lynwood in Verbindung, einem angeblichen Serienmörder – doch Beweise fehlen.
Ein gesicherter Fakt ist, dass Londons erster bekannter Serienmörder nicht der Muffin-Mann war, sondern Mary Ann Cotton, eine Giftmischerin, die 1873 verurteilt wurde. Der Mythos vom mörderischen Muffin-Verkäufer hält sich dennoch – obwohl Historiker ihn als haltlos abtun.
Die wahren Geschichten hinter diesen Reimen bleiben im Dunkeln. Humpty Dumpty könnte historische Ereignisse, Trunksucht oder schlicht nichts davon thematisieren, während Der Muffin-Mann wohl ganz alltagstaugliche Händler beschreibt. Ohne handfeste Belege bleiben die düsteren Theorien unbewiesen – doch die Faszination für sie besteht fort.






