Düsseldorfer Ausstellung ehrt vergessene jüdische Innovatoren der Stadtgeschichte
Mila BeckerDüsseldorfer Ausstellung ehrt vergessene jüdische Innovatoren der Stadtgeschichte
Eine neue Ausstellung in Düsseldorf würdigt drei jüdische Unternehmer, deren Innovationen die Stadt und darüber hinaus prägten. Ihre Beiträge – von der Kältetechnik über hydraulische Pressen bis hin zum Transportwesen – wurden unter der NS-Herrschaft fast aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt. Die Schau „Innovativ. Erfolgreich. Jüdisch.“ ist bis zum 28. September 2025 in der Mahn- und Gedenkstätte zu sehen.
Abraham Freundlich, ein autodidaktischer Erfinder, revolutionierte die Kühltechnik in Düsseldorf. Sein Unternehmen florierte bis 1933, als NS-Boykotte und die zwangsweise „Arisierung“ sein Lebenswerk zerstörten. Fünf Jahre später starb er verarmt in der Stadt, seine Leistungen wurden systematisch verschwiegen.
Albert Schöndorff begann 1890 mit einer Bettfabrik, erweiterte sein Sortiment später um Ladenbau und Kaufhausausstattungen. Sein Betrieb fertigte zudem Güterwagen und Straßenbahnen, die im gesamten Deutschen Reich eingesetzt wurden. 1933 wurde er aus seiner eigenen Firma gedrängt, 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Der böhmische Ingenieur Ludwig Loewy machte das Unternehmen Schloemann zum führenden Hersteller hydraulischer Pressen. Anders als die anderen entkam er 1936 nach Großbritannien. Dort spielte er im Zweiten Weltkrieg eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung der Luft- und Raumfahrttechnik.
Die Ausstellung holt die Geschichten von Freundlich, Schöndorff und Loewy zurück ins Bewusstsein – drei Männer, deren Arbeit ganze Branchen veränderte, doch gezielt in Vergessenheit geriet. Ihre Erfindungen trieben einst Düsseldorfs Wirtschaft voran; nun kehren ihre Namen in die öffentliche Erinnerung zurück. Bis Ende 2025 können Besucher ihre Spuren nachverfolgen.






