DeepL baut 250 Stellen ab – und setzt alles auf KI und Echtzeit-Übersetzungen
Mats HartmannDeepL baut 250 Stellen ab – und setzt alles auf KI und Echtzeit-Übersetzungen
DeepL, das mit rund zwei Milliarden Dollar bewertete KI-Übersetzungsunternehmen, hat etwa 250 Stellen abgebaut – das entspricht rund einem Viertel seiner Belegschaft. Geschäftsführer Jarosław Kutylowski gab die Entlassungen auf LinkedIn bekannt und begründete sie als Teil einer strategischen Neuausrichtung hin zu künstlicher Intelligenz und schlankeren Unternehmensstrukturen.
Die Stellenstreichungen erfolgen im Zuge einer konsequenten Fokussierung auf KI-gestützte Projekte. Bereits im vergangenen Jahr hatte DeepL einen autonomen KI-Agenten auf den Markt gebracht und damit den Einstieg in ein neues Geschäftsfeld gewagt. Nun setzt das Unternehmen vorrangig auf Echtzeit-Übersetzungen von Sprache zu Sprache – unterstützt durch eine Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Mixhalo.
Um diese Strategie zu untermauern, eröffnet DeepL ein neues Büro in San Francisco. Dieser Schritt folgt auf eine Finanzierungsrunde im Jahr 2024, die die Bewertung des Unternehmens bei zwei Milliarden Dollar bestätigte. Dennoch bleiben finanzielle Herausforderungen bestehen: 2023 verzeichnete DeepL ein negatives operatives Ergebnis (EBIT) und rechnet auch in naher Zukunft mit weiteren Verlusten.
Kutylowski bezeichnete die Entlassungen als Teil einer „strategischen Neuaufstellung“. Das Unternehmen setze künftig auf kleinere, agilere Teams, um die Innovation im Bereich der KI-Übersetzungstechnologie zu beschleunigen. Durch die Kürzungen verringert sich die Belegschaft um etwa 25 Prozent – eine Maßnahme, die zur neuen KI-orientierten Ausrichtung passt.
Mit dem Fokus auf Echtzeit-Übersetzungen und autonome Agenten dringt DeepL in wachsende Märkte vor. Trotz anhaltender Verluste signalisiert die Expansion nach San Francisco weiterhin Investitionen in zukunftsträchtige Bereiche.






