Bundeskartellamt genehmigt Adobes Milliarden-Übernahme von Semrush ohne Auflagen
Marie SimonBundeskartellamt genehmigt Adobes Milliarden-Übernahme von Semrush ohne Auflagen
Adobes geplante Übernahme von Semrush erhält grünes Licht vom Bundeskartellamt
Die für 1,9 Milliarden Euro geplante Übernahme des führenden Suchmaschinenoptimierungs-Anbieters Semrush durch den Software-Riesen Adobe ist vom deutschen Bundeskartellamt genehmigt worden. Die im Frühjahr dieses Jahres angekündigte Transaktion soll den kreativen Technologiekonzern mit einer der wichtigsten Plattformen für digitale Sichtbarkeit und Suchmaschinenmarketing (SEO) zusammenführen. Die Wettbewerbshüter kamen zu dem Schluss, dass der Deal weder den Wettbewerb im Digitalmarketing noch bei KI-gestützten Suchtools beeinträchtigen werde.
Die Freigabe folgt auf eine eingehende Prüfung möglicher Bedenken hinsichtlich einer marktbeherrschenden Stellung im Bereich Answer-Engine-Optimierung (AEO) und Content-Management. Beide Unternehmen können nun die Finalisierung der Übernahme in der ersten Jahreshälfte 2026 vorantreiben.
Das Bundeskartellamt, die deutsche Wettbewerbsbehörde, hatte monatelang die potenziellen Auswirkungen der Adobe-Übernahme untersucht. Die Ermittler sammelten Rückmeldungen von Kunden und Konkurrenten, um zu bewerten, ob der Deal den Wettbewerb einschränken würde. Im Fokus standen dabei zwei zentrale Bereiche: die Optimierung für Antwortmaschinen (AEO) sowie KI-gestützte Suchmaschinenoptimierung (SEO).
Semrush, bekannt für seine Tools zur Online-Sichtbarkeit und SEO, hat sich jüngst auch auf die Optimierung von Markenpräsenz in KI-Chats wie ChatGPT und Gemini spezialisiert. Adobe hingegen dominiert bereits den Markt für Kreativsoftware mit Produkten wie Photoshop sowie seiner Adobe Experience Manager-Plattform für Digitalmarketing. Die Behörden prüften, ob die Kombination dieser Stärken die Auswahlmöglichkeiten für Unternehmen verringern könnte.
Nach Abschluss der Prüfung fand die Behörde keine Hinweise darauf, dass die Fusion den Wettbewerb behindern würde. Sie stellte fest, dass globale Konkurrenten weiterhin ausreichend Alternativen bieten und Adobe dadurch keinen unfairen Vorteil erlangt. Auch die Sorge, dass gebündelte Produktangebote kleineren Anbietern den Marktzutritt erschweren könnten, wurde entkräftet.
Mit einem Transaktionsvolumen von über 400 Millionen Euro in bar wird Adobes Kauf von Semrush die Position des Unternehmens im schnell wachsenden AEO-Segment weiter stärken. Der Abschluss des Deals bleibt für Anfang 2026 geplant, vorbehaltlich der letzten administrativen Schritte.
Die Übernahme ermöglicht es Adobe, Semrushs SEO- und AEO-Tools in seine bestehende Digitalmarketing-Suite zu integrieren. Die Wettbewerbsbehörden bestätigten, dass der Wettbewerb in der Branche robust bleiben wird und keine unmittelbare Gefahr einer verringerten Auswahl für Unternehmen besteht. Der finale Abschluss der Transaktion wird in den kommenden Monaten erwartet, sofern die abschließenden Routineprüfungen erfolgreich verlaufen.






