152 Castor-Behälter mit Atommüll rollen von Jülich nach Ahaus – trotz Protesten
Henry Braun152 Castor-Behälter mit Atommüll rollen von Jülich nach Ahaus – trotz Protesten
Deutschland bereitet die Verlegung von 152 Behältern mit atomarem Abfall vom Forschungszentrum Jülich zu einem Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus vor. Die ersten Transporte sollen bereits nächste Woche beginnen – trotz jahrelanger juristischer Auseinandersetzungen und massiver Proteste. Seit vier Jahrzehnten lagert der Müll in Jülich, ohne dass eine dauerhafte Lösung in Sicht ist.
Der Versuchsreaktor in Jülich wurde zwar bereits 1988 abgeschaltet, doch sein radioaktiver Abfall verblieb seither vor Ort. Seit 2013 wird das Material in einem Zwischenlager aufbewahrt, das ohne gültige Genehmigung betrieben wird. Das Forschungszentrum weigerte sich wiederholt, die Lagerung dort zu verlängern, und drängte auf eine Verlegung.
Gegen den Transport wehrten sich jahrelang lokale Behörden in Ahaus sowie Atomkraftgegner mit dem Argument, dass auch die Genehmigung für das Zwischenlager in Ahaus 2036 ausläuft. Ihre Klagen scheiterten jedoch, sodass der Weg für die Umsiedlung nun frei ist. Alle 152 Castor-Behälter sollen in über 50 Einzeltransporten ab nächster Woche verlagert werden.
Die Verzögerungen zogen sich hin: Noch im März 2026 war kein einziger Behälter bewegt worden, obwohl die Pläne bereits 2023 bekannt gegeben worden waren. Unterdessen hat die Debatte über die Kernenergie in Deutschland neue Brisanz erhalten. Politiker wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron werben für eine Rückkehr zur Atomkraft, während andere in kleinen modularen Reaktoren eine mögliche Zukunftsalternative sehen – auch wenn solche bisher nirgends in Betrieb sind.
Der Atommüll wird nun vorerst bis mindestens 2036 in Ahaus gelagert, doch eine langfristige Entsorgungslösung gibt es nicht. Die Transporte beenden zwar einen jahrelangen Stillstand, doch die Fragen um das nukleare Erbe Deutschlands bleiben ungelöst. Im Moment steht vor allem die sichere Abwicklung der Transporte im Fokus.






