Bonn testet Kameras in Sporthallen – Datenschützer warnen vor Überwachung
Marie SimonBonn testet Kameras in Sporthallen – Datenschützer warnen vor Überwachung
Die Stadt Bonn hat in zwei Sporthallen Kamerasysteme installiert, um die Nutzung zu erfassen und Leerlaufzeiten zu verringern. Mit dem Schritt soll die Verwaltung der Einrichtungen verbessert werden, doch es gibt bereits Bedenken. Ein Sportverein hat seine Mitglieder vor der neuen Überwachung gewarnt und stellt damit Fragen zum Datenschutz und zur Transparenz.
Das erste System läuft bereits in der Beueler Sporthalle. Ein zweiter Kamerasatz soll bald in der Hardtberghalle Messungen aufnehmen. Die Geräte zeichnen keine Bilder oder Videos auf – sie zählen lediglich, wie viele Personen die Halle betreten und verlassen.
Die Stadt betont, dass keine personenbezogenen Daten erfasst oder gespeichert werden. Behördenvertreter versichern zudem, dass die Kameras nicht dazu gedacht sind, Sportler während des Trainings oder bei Wettkämpfen zu filmen. Stattdessen sollen die Zählergebnisse dabei helfen, wenig genutzte Zeiten zu identifizieren und die Belegungsplanung zu optimieren.
Doch das Projekt stößt auf Widerstand. Der lokale Sportverein Rot-Weiß Bonn Röttgen hat seine Bedenken an die Mitglieder weitergegeben. Der Verein sorgt sich um die Folgen der Überwachung – selbst wenn keine Aufnahmen gespeichert werden. Die Diskussionen dauern an, und die Kameras in der Hardtberghalle bleiben vorerst abgeschaltet.
Die Bonner Verwaltung plant, die Zweifel durch Aufklärung über die Funktionsweise des Systems auszuräumen. Ein Rechtsstreit zwischen Stadt und Verein ist jedoch nicht ausgeschlossen. Bisher hat keine andere deutsche Stadt seit 2023 eine vergleichbare KI-gestützte Überwachung in Sporthallen eingeführt.
Die Kamerasysteme in Bonns Sporthallen sollen die Raumnutzung optimieren, ohne persönliche Daten zu erfassen. Während die Stadt das Projekt vorantreibt, könnte der Widerstand der Vereine die Umsetzung verzögern oder infrage stellen. Das Ergebnis könnte richtungsweisend dafür sein, wie Überwachungstechnik in öffentlichen Sporteinrichtungen eingesetzt wird.






