Bollorés neues Thinktank will Frankreichs Politik mit christlichen Werten prägen
Henry BraunBollorés neues Thinktank will Frankreichs Politik mit christlichen Werten prägen
Ein neues konservatives Thinktank, das Institut de l'Espérance, hat in Frankreich seine Arbeit aufgenommen – unterstützt vom Milliardär Vincent Bolloré. Das 2022 gegründete Institut will die politische Debatte prägen, indem es christliche Werte mit politischen Vorschlägen verbindet. Denkfabriken spielen in der französischen Politik zwar nach wie vor eine Nischenrolle, doch traditionell üben eher linksgerichtete Institute größeren Einfluss aus.
Das Institut de l'Espérance wurde von Bolloré ins Leben gerufen, einem katholisch-konservativen Unternehmer, der für sein Medien- und Industrieimperium bekannt ist. Seine Mission besteht darin, "gesunden Menschenverstand" als Lösung für moderne Herausforderungen zu fördern – gestützt auf die katholische Soziallehre und konservative Grundsätze. Zur Führung des Thinktanks gehören Jean-Christophe Thiery, Philippe Royer und Chantal Barry, die allesamt der christdemokratischen Tradition verbunden sind.
Aktuell prüft das Institut rund 100 politische Maßnahmen in Bereichen wie Migration, öffentliche Ausgaben, Unternehmertum und patriotische Bildung. Zwar setzt es sich nicht für eine Rücknahme des Abtreibungsrechts ein, doch schlägt es vor, Gesetze abzuschaffen, die Handlungen bestrafen, die als Abtreibungsabschreckung gewertet werden. Seine Arbeit ist zudem in breitere kulturelle Debatten eingebettet, die im Zuge einer Neuformierung der französischen Rechten an Fahrt aufgenommen haben.
Das Institut ist Teil eines Netzwerks konservativer und liberaler Organisationen mit Verbindungen zu Bolloré. Langfristig will es politische Entscheidungen beeinflussen – auch mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027. Die Gründung spiegelt wider, dass kulturelle Themen in der französischen Öffentlichkeit zunehmend an Gewicht gewinnen.
Das Institut de l'Espérance betritt eine politische Landschaft, in der Thinktanks – besonders auf der Rechten – noch eine untergeordnete Rolle spielen. Sein Fokus auf christlich inspirierte Politik und kulturelles Engagement hebt es von den etablierteren linksgerichteten Instituten ab. Die Vorschläge und der Einfluss der Gruppe dürften im Vorfeld der Wahl 2027 genau beobachtet werden.






