Amanda Knox unterstützt verurteilte Krankenschwester Lucy Letby mit Brief aus dem Gefängnis
Mila BeckerAmanda Knox unterstützt verurteilte Krankenschwester Lucy Letby mit Brief aus dem Gefängnis
Amanda Knox hat öffentlich ihre Unterstützung für Lucy Letby ausgesprochen, die verurteilte Krankenschwester, die eine lebenslange Haftstrafe für den Mord an sieben Babys verbüßt. Bei einer kürzlichen Fragerunde in London enthüllte Knox, dass sie Letby im Gefängnis geschrieben habe – sowohl einen Brief als auch ein Exemplar ihrer Autobiografie Frei (Free) sandte sie ihr zu. Dieser Schritt hat Kritik von der Familie von Meredith Kercher ausgelöst, der britischen Studentin, deren Mord Knox einst verurteilt und später freigesprochen wurde.
Knox' Unterstützung für Letby kam zur Sprache, als sie über ihre eigenen Erfahrungen mit Fehlurteilen sprach, die sie in ihren Büchern und einer neuen Dokumentation mit dem Titel Der Wolf im Nacken (Mouth of the Wolf) schildert. Bei einer Veranstaltung in London kämpfte Knox mit den Tränen, als sie auf den Mord an Meredith Kercher zu sprechen kam. Später musste sie sich Fragen zu ihrer Haltung gegenüber Lucy Letby stellen, die weiterhin ihre Unschuld beteuert. Knox erklärte, es bedürfe keines "schlüssigen Beweises der Unschuld", um die Rechtmäßigkeit eines Urteils infrage zu stellen.
Ein Zuschauer berichtete, Knox habe Letby in ihrem Brief aufgefordert, "an der Hoffnung festzuhalten". Neben dieser Botschaft schickte Knox ein Exemplar von Frei, ihrer 2021 erschienenen Autobiografie über das Leben nach ihrer eigenen Inhaftierung. Bereits 2013 hatte sie mit Warten auf Gerechtigkeit (Waiting To Be Heard) ihre Erlebnisse nach Kerchers Tod beschrieben.
Der Anwalt der Familie Kercher, Francesco Maresca, reagierte scharf auf Knox' Vorgehen. Er warf ihr vor, sich an Kerchers Erinnerung zu "bereichern", und erklärte im Namen der Familie: "Es reicht." Marescas Äußerungen spiegeln die seit Langem bestehenden Spannungen zwischen Knox und den Kerchers wider, die ihre öffentlichen Stellungnahmen wiederholt kritisiert haben.
Knox' Brief richtete sich nicht nur an Letby, sondern auch an die Eltern der verurteilten Krankenschwester. Die Korrespondenz erfolgte nach Letbys Urteil im Jahr 2023, in dem sie zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung für die Morde an sieben Säuglingen im Countess of Chester Hospital zwischen 2015 und 2016 verurteilt worden war.
Mit ihrem Eingreifen steht Knox erneut im Mittelpunkt einer viel beachteten juristischen Debatte. Ihre Briefe an Letby und deren Familie unterstreichen ihr anhaltendes Engagement für Menschen, von denen sie glaubt, sie seien zu Unrecht verurteilt worden. Unterdessen hat der Anwalt der Familie Kercher ihre Ablehnung von Knox' öffentlicher Einmischung in den Fall bekräftigt – und hält so die Kontroverse um ihre Rolle in der Diskussion am Köcheln.






