30 Jahre PSU NRW: Wie die Polizei psychische Traumata bei Beamten bewältigt
Mila Becker30 Jahre PSU NRW: Wie die Polizei psychische Traumata bei Beamten bewältigt
Psychosoziale Unterstützungseinheit der Polizei NRW feiert 30-jähriges Bestehen als erste ihrer Art in Deutschland
Die Psychosoziale Unterstützungseinheit (PSU) der Polizei Nordrhein-Westfalen blickt auf 30 Jahre zurück – als erste Einrichtung dieser Art in Deutschland. Gegründet, um Beamte bei der Bewältigung von Traumata zu unterstützen, leistet das Team rund um die Uhr Hilfe nach schweren Unfällen, Schusswechseln oder Suiziden. Bei einer kürzlichen Feier im Innenministerium wurden die jahrzehntelangen Einsätze und die wachsende Bedeutung der PSU in der Notfallversorgung gewürdigt.
Die PSU wurde 1994 ins Leben gerufen und war Vorreiter in der psychologischen Betreuung von Polizeibeamten, die mit traumatischen Ereignissen konfrontiert werden. Heute besteht das Team aus 13 speziell ausgebildeten Einsatzkräften und fünf Polizeiärzten, die alle nach dem SbE/CISM-Standard zertifiziert sind. Drei der aktuellen Teammitglieder stammen aus dem Märkischen Kreis.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die individuelle Betreuung von Beamten nach belastenden Einsätzen. Allein 2023 wurde das Team zu 130 Vorfällen gerufen und bot sowohl Soforthilfe als auch langfristige Unterstützung an. Innenminister Herbert Reul lobte bei der Jubiläumsveranstaltung das Engagement der PSU und betonte, wie wichtig ihre Arbeit für den Schutz der psychischen Gesundheit und die professionelle Handlungsfähigkeit der Einsatzkräfte sei.
An der Feier im Ministerium nahmen prominente Vertreter teil, darunter Polizeidirektorin Nicole Pletha, Kriminaldirektor Stefan Winkler und Oberpolizeirat Guido Bloch. Reul hob die entscheidende Rolle des Teams hervor, das sicherstellt, dass Beamte trotz der emotionalen Belastung in Hochdrucksituationen ihren Dienst weiterführen können.
Die PSU steht rund um die Uhr bereit, um Polizeikräften in psychischen Ausnahmesituationen beizustehen. Drei Jahrzehnte Engagement haben Maßstäbe für die Fürsorge innerhalb der deutschen Polizei gesetzt. Mit 130 Einsätzen im vergangenen Jahr ist ihre Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit größer denn je.






