17 March 2026, 10:16

Zuckerrübenanbau in der Krise: Wie neue Herbizide Landwirte retten könnten

Nahaufnahme einer Blatt schnittenden Biene auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenanbau in der Krise: Wie neue Herbizide Landwirte retten könnten

Zuckerrübenbauern in Deutschland kämpfen mit sinkenden Preisen, schrumpfenden Anbauflächen und aggressiven Schädlingen

Trotz dieser Herausforderungen geben neue Pflanzenschutzmethoden Hoffnung auf höhere Erträge. Ein Betrieb in Nordrhein-Westfalen hat ein innovatives Herbizid getestet, um Unkraut zu bekämpfen und die Produktion zu steigern.

Zwischen 2023 und 2026 sind die deutschen Zuckerrübenflächen um 15 bis 20 Prozent geschrumpft – von etwa 38.000 auf 31.000 Hektar. Besonders betroffen waren Niedersachsen (minus 25 Prozent), Nordrhein-Westfalen (22 Prozent) und Bayern (18 Prozent). Steigende Kosten und gekürzte EU-Subventionen zwangen viele Landwirte, ihre Anbauflächen zu reduzieren.

Marius Feldmann, Betriebsleiter bei der Metternich-Ratibor-Corvey KG, hat seine eigene Rübenanbaufläche von 160 Hektar im Jahr 2023 auf heute 118 Hektar verringert. Während die Zuckerrübe einst 20 Prozent der Betriebsfläche einnahm, sind es nun nur noch 14 Prozent. Dennoch setzt er weiterhin auf die Kultur – trotz niedriger Zuckerpreise und schwieriger Marktbedingungen.

Schädlinge und Krankheiten verschärfen die Probleme. Schwere Befälle mit Cercospora-Blattfleckenkrankheit und Rübenvergilbungsvirus (SBR) können die Erträge um 40 bis 50 Prozent mindern. Unkrautbefall treibt die Ernte oft an die Grenze der Wirtschaftlichkeit. Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide brachten zwar Entlastung, doch die Landwirte wünschen sich langfristige, stabile Lösungen.

2025 testete Feldmann Rinpode, ein neues Herbizid mit dem Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl, gegen hartnäckiges Hühnerhirse und andere Unkräuter. Erste Ergebnisse waren vielversprechend: mögliche Ertragssteigerungen von 3 bis 7 Prozent und ein höherer Zuckergehalt. Auf 44 Hektar setzte er das Rinpode Vital Pack in Kombination mit dem Biostimulans Kinsidro Grow ein. Die Behandlung, im zweiten Nachauflaufstadium appliziert, erwies sich als einfach anzuwenden und wirksam.

Landwirte wie Feldmann setzen zunehmend auf modernen Pflanzenschutz, um ihre Ernten zu sichern. Innovationen bei Herbiziden, Fungiziden und Biostimulanzien sollen resistente Unkräuter und Krankheiten eindämmen. Angesichts schrumpfender Anbauflächen und steigender Importe könnten diese neuen Werkzeuge in den kommenden Jahren dazu beitragen, die Produktion zu stabilisieren.

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