Willich passt Kita-Angebot an sinkende Geburtenzahlen an – Schließungen und Umzüge geplant
Henry BraunWillich passt Kita-Angebot an sinkende Geburtenzahlen an – Schließungen und Umzüge geplant
Willich gestaltet seine Kinderbetreuungsangebote angesichts eines deutlichen Geburtenrückgangs neu. In den vergangenen fünf Jahren sank die Zahl der Neugeborenen in den nördlichen Stadtteilen um etwa 15 Prozent – mit der Folge, dass weniger Familien auf Betreuungsplätze angewiesen sind. Als Reaktion darauf hat die Stadt nun eine Reihe von Schließungen, Verlegungen und Anpassungen angekündigt, um sich dem veränderten Bedarf anzupassen.
Durch den Rückgang der Geburtenzahlen rechnet Willich bis 2029 mit einem Überschuss von 440 Kita-Plätzen. Diese Entwicklung folgt auf Jahre, in denen die Stadt mit Personalmangel und unzureichenden Kapazitäten zu kämpfen hatte. Um Kosten zu sparen und Ressourcen effizienter einzusetzen, wurde die Kita Alperhof 2025 geschlossen und an einen zentraleren Standort in Willich-Neersen verlegt.
Pläne für einen Neubau der Einrichtung am ursprünglichen Standort wurden aus Haushaltsgründen verworfen. Stattdessen zieht die Kita in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um. Das bisherige Gebäude der Alperhof-Kita soll abgerissen werden, doch die Verwaltung sicherte zu, den Betrieb am neuen Standort fortzuführen.
Weitere Änderungen umfassen die Schließung der Kita St. Irmgardis bis zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027. Die Stadt beabsichtigt, das Gebäude an Villa Kunterbunt, einen wachsenden Träger, zu verpachten, um dessen Betreuungsangebot auszubauen. Gleichzeitig wird das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK bis zum 31. Juli 2026 eingestellt – entsprechend einer Empfehlung des städtischen Ausschusses.
Die vom AWO betriebene Kita Blaues Haus in Schiefbahn erhielt eine vorübergehende Atempause: Die freiwillige Förderung wird bis zum 31. Juli 2027 fortgesetzt. Danach will die Stadt mit dem Träger über eine mögliche Schließung beraten. Die Verantwortlichen betonten, eng mit dem Kirchenverband zusammenzuarbeiten, um künftige Bedarfe zu ermitteln und das Angebot entsprechend anzupassen.
Eltern aus dem Norden Willichs äußerten Bedenken wegen der schrumpfenden lokalen Betreuungsmöglichkeiten. Längere Fahrzeiten könnten die Attraktivität der Gegend für junge Familien verringern, so die Kritik. Einige fürchten zudem, dass leerstehende Kita-Gebäude verfallen könnten. Die Stadt entgegnete, dass alle neuen Fahrtrouten innerhalb der gesetzlich zulässigen Entfernungen lägen.
Ziel der Umstrukturierung ist es, das Betreuungsangebot an die aktuelle Nachfrage anzupassen und gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten. Bis 2029 wird Willich voraussichtlich 440 Plätze mehr vorhalten als benötigt – was mehr Planungsspielraum ermöglicht. Die Stadt versprach, Eltern und Träger während der Umsetzungsphase weiterhin eng einzubinden.