Wie ein Anruf Boris T. Kaisers Comedy-Karriere bei RTL und ARD startete
Mats HartmannWie ein Anruf Boris T. Kaisers Comedy-Karriere bei RTL und ARD startete
Boris T. Kaiser verbrachte Jahrzehnte damit, Comedy für große deutsche Sender wie RTL, ARD und WDR zu schreiben. Seine Karriere begann mit einem einzigen Telefonat – einem Angebot, in Rudi Carrells Team einzusteigen. Damals brachte ein einzelner Witz im Programm etwas mehr als 100 Euro ein, aber nur, wenn er es tatsächlich in die Sendung schaffte.
Kaisers erster Durchbruch gelang ihm, als er sich als Autor für Rudi Carrells Show in deren letzten Monaten bewarb. Ein Probeeinsatz bei 7 Tage, 7 Köpfe überzeugte, und kurz darauf rief der Chefredakteur an, um ihm eine Festanstellung anzubieten. Die Bezahlung war überschaubar: etwa 105 Euro pro gesendetem Witz.
Die Autorenzimmer der Comedy-Branche waren damals stark links geprägt. Scharfe Einzeiler lösten oft Gegenreaktionen aus, und wer anderer Meinung war, musste damit rechnen, komplett ausgeschlossen zu werden. Doch 2015 änderte sich der Ton: Die Flüchtlingskrise und der Aufstieg der rechten Szene zwangen die Comedy, sich ernsthafteren Themen zu widmen.
Kaisers frühe Arbeiten ebneten den Weg für eine lange Fernsehkarriere. Er bewegte sich in einer Branche, in der nur gesendete Witze honoriert wurden und politische Gräben den Humor prägten. Zu diesem Zeitpunkt war sein Name bereits mit einigen der größten deutschen Sender verbunden.






