16 March 2026, 22:18

Wasserstoffaktien kämpfen mit Rekordtiefs und Ölpreis-Chaos an den Börsen

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" besagt und für die Reduzierung der Treibhausemissionen bis 2030 wirbt.

Wasserstoffaktien kämpfen mit Rekordtiefs und Ölpreis-Chaos an den Börsen

Wasserstoffunternehmen durchleben weiteren Turbulenztag an den Märkten

Die Aktienkurse wichtiger Player wie ITM Power und Bloom Energy gaben nach, während Nel ASA kurzzeitig zulegte, bevor die Papiere sich in der Nähe von Rekordtiefs einpendelten. Trotz anhaltender Verpflichtungen von Städten wie Bielefeld und neuer Investitionsankündigungen kämpft der Sektor weiterhin mit Gegenwind.

Die Volatilität der Ölpreise verschärft die Lage zusätzlich: Jüngste Preissprünge erschweren die wirtschaftliche Attraktivität von Wasserstoffalternativen.

Nel ASA, der norwegische Wasserstoffspezialist, startete in Stuttgart mit einem Plus von 2,5 Prozent und kletterte kurzzeitig auf 0,192 Euro. Doch seit Monaten bewegt sich der Kurs des Unternehmens nur knapp über dem Allzeittief von 0,17 Euro. Eine kleine Gruppe von Investoren bleibt zuversichtlich, doch finanzielle Rückschläge haben die zentrale Rolle von Wasserstoff im Geschäftsmodell in den Hintergrund gedrängt.

ITM Power verlor 2,1 Prozent und notierte bei 0,73 Euro – obwohl Analysten Anzeichen einer möglichen Erholung ausmachen. Das Unternehmen hatte kürzlich die finale Investitionsentscheidung für ein weiteres Großprojekt bekannt gegeben. Dennoch steht es unter unerbittlichem Druck, Pläne in greifbare Erfolge umzumünzen.

Auch Bloom Energy verbuchte Verluste: Die Aktie fiel um 1,7 Prozent auf 154,51 US-Dollar. Der Rückgang spiegelt nachlassendes Vertrauen in die Fähigkeit des Unternehmens wider, langfristige Versprechen einzulösen.

In Bielefeld halten die lokalen Behörden indes an ihrer Unterstützung für Wasserstofftechnologie fest. Die Verantwortlichen winken aktuelle Herausforderungen als vorübergehende Rückschläge ab und verweisen auf Initiativen wie wasserstoffbetriebene Müllfahrzeuge. Doch diese stehen seit Monaten wegen Treibstoffmangels still – ein Symbol für die Kluft zwischen Ambitionen und Infrastruktur.

Die allgemeine Energiemarktsituation gibt wenig Anlass zur Hoffnung. Innerhalb eines Jahres schwankte der Preis für Brent-Rohöl dramatisch: von rund 73,50 US-Dollar pro Fass Anfang 2025 auf 60,02 US-Dollar zur Jahresmitte, um dann Anfang 2026 auf fast 120 US-Dollar hochzuschnellen. Auslöser waren geopolitische Spannungen, darunter die US-israelische Intervention im Iran und die Blockade der Straße von Hormus. Zwar haben sich die Preise seitdem auf etwa 90 bis 91 US-Dollar eingependelt, doch die Schwankungen untergraben die Attraktivität von Wasserstoff. Hohe Ölpreise bremsen den Umstieg von fossilen Brennstoffen aus und verzögern Investitionen in Elektrolyse und grünen Wasserstoff – bis sich die Lage stabilisiert.

Zusätzliche Unsicherheit bringt die wachsende Skepsis gegenüber der KI-Branche mit sich. Anleger hinterfragen zunehmend, ob einige Unternehmen übermäßig viel Kapital eingesammelt haben – was die Risikobereitschaft für energiewirtschaftliche Wendeprojekte weiter dämpft.

Die Wasserstoffbranche steckt in einer schwierigen Phase: Finanzielle Engpässe, Infrastrukturprobleme und instabile Ölmärkte prägen die Gegenwart. Zwar kommen Projekte voran und einige Investoren bleiben optimistisch, doch das weitere Wachstum hängt davon ab, diese akuten Hürden zu überwinden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Zusagen von Unternehmen und Kommunen in greifbare Fortschritte münden.

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