Warum scheitern hochqualifizierte Führungskräfte an unsichtbaren Verhaltensfehlern?
Mats HartmannWarum scheitern hochqualifizierte Führungskräfte an unsichtbaren Verhaltensfehlern?
Die Karriere einer vielversprechenden Führungskraft kann nicht wegen mangelnder Fähigkeiten scheitern, sondern wegen übersehener Verhaltensdefizite. In einem Fall, den der Düsseldorfer Personalberater Norbert Graschi begleitete, verpasste eine Bewerberin mit makellosen Qualifikationen die Beförderung wegen verdeckter zwischenmenschlicher Probleme. Solche subtilen, aber entscheidenden Eigenschaften entgehen oft den standardisierten Bewertungen – und bestimmen doch, wer die Karriereleiter hinaufsteigt und wer nicht.
Die betreffende Führungskraft verfügte über exzellente Referenzen und keine fachlichen Schwächen. Doch ihr Umgang mit Mitarbeitenden sorgte für Bedenken, bis sich schließlich der Betriebsrat einschaltete. Solche Muster, leicht zu übersehen, können in Führungspositionen zu erheblichen Hindernissen werden.
Graschis Unternehmen setzt auf gründliche Hintergrundprüfungen, um solche blinden Flecken aufzudecken. Durch Gespräche mit Personen aller Hierarchieebenen zeigen sich, wie eine Führungskraft Alltagsgespräche, Kritik und Teamdynamiken handhabt. Oft sind es diese scheinbar kleinen Interaktionen – und nicht formelle Bewertungen –, die über den Werdegang entscheiden.
Selbstreflexion ist entscheidend, um solche Rückschläge zu vermeiden. Ohne sie scheitern selbst hochqualifizierte Kandidaten an emotionalen oder zwischenmenschlichen Defiziten – und verpassen so Spitzenpositionen. Der Fall verdeutlicht, wie unreflektiertes Verhalten, selbst in Kleinigkeiten, zur Karrierefalle werden kann.
Nicht nur Fachkompetenz, sondern auch Verhaltensweisen entscheiden über den Aufstieg in Führungspositionen. Unternehmen wie Bewerber müssen über Qualifikationen hinausschauen, um diese versteckten Risiken zu erkennen. Für Führungskräfte kann es den Unterschied zwischen Erfolg und einem unerwarteten Absturz bedeuten, sie frühzeitig anzugehen.






