Viersen droht bis 2031 die Pleite – IHK warnt vor Steuererhöhungen und fordert Reformen
Marie SimonViersen droht bis 2031 die Pleite – IHK warnt vor Steuererhöhungen und fordert Reformen
Viersen steht vor einer wachsenden Finanzkrise: Bis 2026 droht ein Defizit von 39 Millionen Euro, und ohne Gegenmaßnahmen könnte die Stadt bis 2031 insolvent werden. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat sich nun zu Wort gemeldet – und lehnt Steuererhöhungen ab. Stattdessen fordert sie alternative Lösungen, um die Haushaltslage zu stabilisieren.
Die Ursachen für die Haushaltsnot sind steigende Ausgaben bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen. Besonders die Kosten für Jugendhilfe und den Kreisumlagebeitrag sind stark angestiegen. Bis 2029 werden jährliche Fehlbeträge von 25 bis 35 Millionen Euro erwartet, was die langfristige Stabilität gefährdet.
Die IHK spricht sich entschieden gegen eine Erhöhung der Grundsteuer (Typ B) oder der Gewerbesteuer aus. Viersen erhebt bereits die zweit höchsten Grundsteuersätze für nicht-wohnliche Gebäude in seinem IHK-Bezirk. Weitere Anhebungen, so die Kammer, würden die Wettbewerbsfähigkeit schwächen und Investitionen abschrecken.
Stattdessen plädiert die IHK dafür, mehr Gewerbegebiete auszuweisen. Dies könnte steuerzahlende Unternehmen anziehen und die finanzielle Belastung verringern. Die Kammer unterstützt zwar den freiwilligen Konsolidierungskurs der Stadt, warnt jedoch vor den weiter stark steigenden Personalkosten.
Um die Ausgaben zu senken, empfiehlt die IHK eine engere interkommunale Zusammenarbeit. Gemeinsame Dienstleistungen und schlankere Verwaltungsstrukturen könnten die Betriebskosten reduzieren. Viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen kämpfen mit ähnlichen Problemen: Bergisch Gladbach rechnet 2026 mit einem Defizit von 50 Millionen Euro, und Sassenberg steht unter massivem Druck. Bundesweit beläuft sich der Investitionsstau bei Kommunen auf 216 Milliarden Euro – besonders Schulen und Straßen in NRW sind betroffen.
Viersen muss schnell handeln, um eine Insolvenz in den frühen 2030er-Jahren abzuwenden. Die Vorschläge der IHK zielen auf die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen und eine bessere Zusammenarbeit mit Nachbarstädten ab. Ohne Reformen bleibt die finanzielle Zukunft der Stadt düster – ein Spiegel der Herausforderungen, vor denen die gesamte Region steht.