Thalia Theater verhandelt symbolisch über AfD-Verbot in "Prozess gegen Deutschland"
Henry BraunRegisseur Milo Rau stellt die AfD im Theater vor Gericht - Thalia Theater verhandelt symbolisch über AfD-Verbot in "Prozess gegen Deutschland"
Hamburgs Thalia Theater inszeniert politisches Spektakel: Ein "Prozess gegen Deutschland" bei den Lessing-Tagen
In diesem Jahr wird das Thalia Theater in Hamburg im Rahmen der Lessing-Tage ein mutiges politisches Experiment wagen: Der Schweizer Regisseur Milo Rau führt einen dreitägigen "Prozess gegen Deutschland", in dem über ein mögliches Verbot der rechtspopulistischen AfD verhandelt wird. Die Veranstaltung verbindet Theater mit realer juristischer Debatte – statt Schauspieler treten Juristen auf.
Die Lessing-Tage, 2010 vom damaligen Thalia-Intendanten Joachim Lux ins Leben gerufen, stehen in diesem Jahr unter der künstlerischen Leitung von Matthias Lilienthal, der bald die Leitung der Berliner Volksbühne übernehmen wird. Raus Produktion setzt seine Tradition des radikalen, postdramatischen Theaters fort, in dem gesellschaftliche Konflikte im Mittelpunkt stehen.
Der "Prozess gegen Deutschland" folgt keinem klassischen Drehbuch. Stattdessen übernehmen Juristen und Rechtsexperten die Verhandlung, mit der ehemaligen Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin als vorsitzende Richterin. Rau hat bereits ähnliche Formate realisiert, etwa "Das Kongo-Tribunal" (2015), bei dem Kriegsverbrechen mit echten Zeugen nachgestellt wurden, oder "Die Moskauer Prozesse" (2013), in denen Aktivisten an inszenierten politischen Anhörungen teilnahmen.
Die Veranstaltung bleibt nicht auf das Theater beschränkt: Ein Live-Videostream auf der Website des Thalia Theaters überträgt den gesamten Prozess und ermöglicht so eine breite öffentliche Teilhabe.
Mit dem "Prozess gegen Deutschland" setzt Milo Rau einmal mehr auf ein provokantes Projekt, das Theater mit realer juristischer und politischer Auseinandersetzung verbindet. Die Entscheidung, die Veranstaltung live zu streamen, sorgt für eine größere Reichweite der Debatte. Zwar bleibt das Ergebnis des Scheinprozesses symbolisch – doch seine Wirkung auf den öffentlichen Diskurs könnte beträchtlich sein.
Jury fordert Überprüfung des AfD-Verbots in symbolischem Prozess
Der dreitägige theatralische Prozess endete mit einer geteilten Jury-Entscheidung. Die neuesten Berichte zeigen, dass das siebenköpfige Panel die AfD in wichtigen Bereichen für verfassungswidrig hält. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:
- 5-2-Urteil über Verletzungen der Menschenwürde
- 2-3-Stimme gegen Empfehlung eines formalen Verbots
- Forderung nach Ausschluss aus der staatlichen Förderung Der symbolische Prozess, der live aus dem Thalia Theater in Hamburg übertragen wurde, hat eine intensive Debatte ausgelöst. Kritiker nannten es ein 'umstrittenes Spektakel', bei dem politische Diskussionen fehlten. Die Entscheidung betont die komplexen Unterschiede in Bezug auf die verfassungsmäßige Konformität der Partei.