Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Start verboten
Mats HartmannTelemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Start verboten
Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Wiedereröffnung gesperrt
Eine Apotheke in Winterberg darf eine neu installierte Telemedizin-Station kurz vor ihrer feierlichen Wiedereröffnung nicht nutzen. Die zuständige Apothekerkammer der Region hat den Medivise-Telemedizin-Box in der Franziskus-Apotheke verboten – für Inhaber Jürgen Schäfer ein unerwarteter Rückschlag.
Das Verbot erging nur einen Tag vor der geplanten Wiedereröffnung. Die Kammer begründete die Entscheidung mit Verstößen gegen gesetzliche Vorgaben und befürchtet, die Station könnte zu unzulässigen Patientenzuweisungen führen. Schäfer hingegen betont, das System entspreche dem deutschen Recht, insbesondere § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs, der Telemedizin in Apotheken explizit erlaubt.
Die 60.000 Euro teure Station steht nun ungenutzt da. Schäfer hat Widerspruch eingelegt und verhandelt mit Medivise sowie der Apothekerkammer nach einer Lösung. Er ist überzeugt, dass die Technologie den Arbeitsalltag erleichtern würde – etwa bei Wiederholungsrezepten oder der Kundenberatung.
Das Unternehmen Medivise versichert, sein Produkt erfülle sämtliche pharmazeutischen, datenschutzrechtlichen und juristischen Anforderungen. Schäfer und seine angestellte Apothekerin Jasmin Ennulath sehen großes Potenzial in der Telemedizin, besonders für ländliche Regionen wie Winterberg. Ennulath soll zu Beginn des kommenden Jahres die Apothekenleitung übernehmen.
Der Streit lässt die Zukunft der Apotheke ungewiss. Bleibt das Verbot bestehen, bleibt die Station trotz ihrer geplanten Vorteile außer Betrieb. Schäfer kämpft weiterhin für eine Lösung, die den Einsatz der Technologie wie vorgesehen ermöglicht.






