NRW setzt auf Videoüberwachung und Körperkameras gegen Gewalt im Nahverkehr
Henry BraunNRW setzt auf Videoüberwachung und Körperkameras gegen Gewalt im Nahverkehr
Öffentlicher Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen wird durch ausgeweitete Videoüberwachung und Körperkameras sicherer
Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zeigt: Fast 90 Prozent der S-Bahnen und Regionalzüge in Nordrhein-Westfalen (NRW) setzen mittlerweile auf Videotechnik, um Straftaten vorzubeugen und Ermittlungen zu unterstützen.
Hintergrund der Maßnahmen ist ein alarmierender Anstieg von Angriffen auf Bahnmitarbeiter. Allein im vergangenen Jahr wurden über 1.300 Bedrohungen und 905 körperliche Übergriffe registriert.
Die Sicherheitsaufrüstung schreitet im gesamten Verkehrsnetz NRWs voran: Rund 90 Prozent der Regional- und S-Bahn-Züge sind bereits mit Kameras ausgestattet, die restliche Flotte soll nachgerüstet werden. Künftige Systeme werden cloudbasierte Speicherung nutzen und könnten KI-gestützte Echtzeit-Risikoerkennung beinhalten.
An Bahnhöfen läuft ein vom Land finanziertes Programm zur Installation von Kameras an 100 kleineren und mittelgroßen Standorten auf die Zielgerade. Gleichzeitig gehören Körperkameras für Sicherheitskräfte in Zügen und auf Bahnsteigen inzwischen zum Standard. Einige Verkehrsbetriebe stellen sie Mitarbeitern auch auf freiwilliger Basis zur Verfügung. Studien belegen, dass allein die Ankündigung, eine Körperkamera zu aktivieren, aggressive Situationen oft entschärfen kann, bevor sie eskalieren.
Auch im Busverkehr zieht die Technik nach: Neue Fahrzeuge werden serienmäßig mit Überwachungssystemen ausgeliefert. In Dortmund überwachen Sicherheitskräfte nachts aktiv Live-Video-Streams, um bei Vorfällen sofort eingreifen zu können. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz sollen Kriminalität reduziert und Reaktionszeiten bei Bedrohungen verkürzt werden.
Der Ausbau der Überwachung ist eine direkte Reaktion auf die stark gestiegene Gewalt gegen Beschäftigte im ÖPNV. NRWs Regionalverkehr verzeichnete im vergangenen Jahr 1.300 Bedrohungen und 905 körperliche Angriffe – Zahlen, die die Betreiber veranlasst haben, die Sicherheit von Personal durch Technik und zusätzliches Personal zur obersten Priorität zu erklären.
Die flächendeckende Ausstattung von Zügen mit Kameras und der Einsatz von Körperkameras sind Teil einer umfassenden Strategie zum Schutz von Fahrgästen und Mitarbeitern in NRW. Mit der nahezu vollständigen Abdeckung im Schienenverkehr und laufenden Nachrüstungen an Bahnhöfen wollen die Behörden Angriffe eindämmen und Ermittlungen beschleunigen. In der nächsten Phase stehen KI-unterstützte Überwachung und die vollständige Vernetzung der Videosysteme in allen Verkehrsmitteln an.






